Psychisch Kranker sorgte in Bregenzer Spital für Aufregung

Vorarlberg / 06.08.2014 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 10. Dezember 2013.
VN-Bericht vom 10. Dezember 2013.

Großes Brotmesser in der Hand galt nicht als Drohung, Obdachloser wurde freigesprochen.

Feldkirch. Der 48-Jährige sorgt immer wieder für Aufsehen. Er ist unsteten Aufenthalts, macht einen unordentlichen Eindruck und sucht immer wieder mal das Bregenzer Spital auf, ohne dass er medizinische Hilfe in Anspruch nehmen möchte. Dem ungepflegten Mann wurde Hausverbot erteilt. Nichtsdestotrotz tauchte er im Dezember vergangenen Jahres wieder auf. Ein 22-jähriger Angestellter wurde von seiner Kollegin von der Information gebeten, nach dem Rechten zu sehen.

Brotmesser in der Hand

Der junge Mann ging auf die Terrasse, dort stand der Obdachlose im Finstern. „Suchen Sie was? Kann ich Ihnen helfen?“, fragte er den Mann. Der Obdachlose kam auf den Burschen zugerannt, hielt ein Brotmesser mit einer 20 Zentimeter langen Klinge in der Hand und erwiderte: „Hast du ein Problem?“ Dann verschwand er wieder. Der psychisch Kranke stach weder zu noch machte er Ausholbewegungen, und auch Drohungen sprach er keine aus. Alles in allem rechtlich also keine gefährliche Drohung. Vielmehr, so Richter Günther Höllwarth, habe er sich ertappt und aufgeschreckt gefühlt. In Furcht und Unruhe versetzen wollte er den Angestellten eher nicht. Im Zweifel wurde der Mann also freigesprochen.

Schwieriges Problem

Der psychisch Kranke ist der Justiz wohlbekannt: Immer wieder kleinere Diebstähle und ähnliche Vorfälle wie jener im Krankenhaus. Laut Gutachter leidet der Mann an paranoider Schizophrenie und sollte dringend behandelt und auch sozial betreut werden. Doch er weigert sich und lehnt jede Hilfe ab. Auch wohnen will er nirgends. Im Winter läuft er Gefahr zu erfrieren. Immer wieder taucht er an Orten auf, die mit einer gewissen Infrastruktur wie Wasser oder Heizung ausgestattet sind. Nun soll der Mann einen Sachwalter bekommen und man ist bemüht, ihn eventuell doch zu einer Zusammenarbeit zu bewegen. Menschen, die sich partout nicht behandeln lassen wollen, können nach den österreichischen Gesetzen nur in Ausnahmefällen zwangsweise eingewiesen werden. Der Freispruch ist noch nicht rechtskräftig.

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