Unterstützung für Pflege vor Ort entlastet Heime

Vorarlberg / 06.08.2014 • 21:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Case Management soll bis Jahresende in allen Gemeinden des Landes verfügbar sein. 

Schwarzach. (VN-mm) Eine durchwegs positive Zwischenbilanz der Umsetzung des Case Management in Vorarlberg präsentierte Soziallandesrätin Greti Schmid gestern im Seniorenhaus Schützengarten in Lustenau. Aktuell gibt es dieses besondere Angebot derzeit in 87 Gemeinden, bis Jahresende sollen dann auch die letzten Lücken geschlossen sein.

Beratung vor Ort

Das Case Management bietet pflegebedürftigen Personen und deren Angehörigen vor Ort eine qualifizierte Beratung, Weitervermittlung und Begleitung. „Damit konnten wir schon sehr früh viel Druck von den Pflegeheimen nehmen, weil mehr Menschen zu Hause gepflegt werden können“, betonte Schmid einen wichtigen Vorteil, den diese Form der Betreuung hat. Das Case Management wurde vom Land in Zusammenarbeit mit den Gemeinden, den ambulanten Diensten und der connexia aufgebaut.

Beim Case Management wird von Fachpersonen gemeinsam mit dem zu Pflegenden sowie dessen Angehörigen ein individuelles und bedarfsorientiertes Versorgungspaket geschnürt. Dazu erfolgt eine laufende Anpassung an sich möglicherweise ändernde pflegerische Gegebenheiten. Auf diese Weise soll sowohl eine Unter- als auch Überversorgung verhindert werden.

Ressourcen stärken

In erster Linie gehe es jedoch um die Förderung von Selbstbestimmung und Selbstverantwortung sowie die Aktivierung und Stärkung noch vorhandener Ressourcen, um den Verbleib eines Pflegebedürftigen im gewohnten häuslichen Umfeld möglichst lange zu gewährleisten, so Greti Schmid. Laut connexia-Geschäftsführer Martin Hebenstreit deckt das derzeitige Angebot bereits 92 Prozent der Bevölkerung ab.

Im Case Management arbeiten inklusive der Stellvertretungen bei landesweit 23 Trägern über 30 Fachkräfte als Case Managerinnen und Case Manager. Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen des Case Management 1782 Menschen beraten und begleitet, was mehr als 20.000 Leistungsstunden erforderte. Insgesamt konnten 1196 Betreuungen abgeschlossen werden. Von den bis Ende 2013 betreuten Menschen waren 60 Prozent über 75 Jahre alt und knapp 30 Prozent 85 Jahre und älter.

Wie die Praxis tatsächlich funktioniert, davon erzählte Markus Rusch, Leiter der Sozialabteilung der Marktgemeinde Lustenau. Im Juli 2011 hat die Gemeinde eine Servicestelle für Betreuung und Pflege eingerichtet, welche auch die Durchführung des Case Management übernahm. Die Besetzung erfolgte multiprofessionell. „Unsere Klientinnen und Klienten werden von einer diplomierten Pflegefachkraft sowie einer Sozialarbeiterin kompetent beraten und begleitet“, erläuterte Rusch.

Steigende Nachfrage

Mittlerweile scheint sich der Nutzen des Angebots in der Bevölkerung herumgesprochen zu haben. Denn der Sozialstellenleiter konnte von einer steigenden Nachfrage berichten. Im Jahre 2012 lag die Zahl der Rat suchenden Bürger bei 284, im vergangenen Jahr waren es schon 323, die den Weg in die Servicestelle fanden. 

Es geht auch um die Förderung der Selbstbestimmung.

Greti Schmid

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