Verkehrsknoten bleibt Dauerbrenner

Vorarlberg / 07.08.2014 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sorgt weiter für politischen Schlagabtausch: die Blechkolonne an Feldkirchs Bärenkreuzung. Fotos: Hofmeister, MK

Sorgt weiter für politischen Schlagabtausch: die Blechkolonne an Feldkirchs Bärenkreuzung. Fotos: Hofmeister, MK

Grüne mit Maßnahmenpaket zur Entlastung der Feldkircher Bärenkreuzung.

Feldkirch. (VN-tw) Die Blechkolonne wird von Jahr zu Jahr länger. Naturgemäß steigt damit auch die Belastung mit Abgasen. Debatten, wie der Misere begegnet werden kann, werden seit Langem geführt. Im Rathaus von Feldkirch geht man davon aus, dass das Megaprojekt Stadtunnel, besser bekannt unter dem Begriff Tunnelspinne, die erhoffte Entlastung bescheren wird und damit die Bürger in der Altstadt im wahrsten Sinne des Wortes aufatmen lässt.

“Es muss etwas passieren”

Vorarlbergs Grüne betrachten das Vorhaben seit Langem kritisch. Eigentlich logisch, dass sie das Ganze auch oder gerade in Vorwahlzeiten thematisieren. “Es muss etwas passieren, um die Belastung zu verringern. Und zwar jetzt und nicht erst in zehn Jahren, wenn die völlig überteuerte Tunnelspinne fragwürdige Verbesserungen bringen soll”, meinen Grünen-Klubchef Johannes Rauch und Adi Gross als Kandidat für die Landtagswahlen.

Großspediteur umsiedeln?

Sofortmaßnahmen seien gefragt, betonten Rauch und Gross. “Man könnte den Fehler korrigieren, als man vor Jahren der Großspedition JCL erlaubt hat, sich in der Innenstadt anzusiedeln”, schlägt Gross “eine Umsiedlung des Unternehmens in Betriebsgebiete von Klaus oder Rankweil” vor. Zumal “ein Arm der Tunnelspinne nur für die Ausfahrt der Spedition vorgesehen” sei. Der Firma “entstünden keine Kosten, im Gegenteil, sie würde seiner Meinung von der Umsiedlung sogar noch durch “infrastrukturelle Vorteile” profitieren.

“Appell” an LH Markus Wallner

An LH Markus Wallner richtet Rauch einen Appell: “Ich fordere ihn dazu auf, den finanziellen Aspekt der Tunnelspinne im Auge zu behalten. Bei einer Investition von 250 Millionen Euro wird es sicherlich nicht bleiben. Samt Betriebskosten wird der Bau bestimmt 300 Millionen kosten. Und der Erhalt des Tunnels  wird 500.000 Euro pro Tunnelkilometer ausmachen.”

FP-Hagen kontert Grünen

Vor dem Hintergrund, dass in den nächsten Jahren 30 Millionen Euro an zusätzlichen Ausgaben für Pflege und Frühpädagogik benötigt würden, sei “das Projekt aus budgetärer Sicht grob fahrlässig”. Darüber hinaus fordern die Grün-Politiker “die Wiederaufnahme von Verhandlungen über einen Verkehrsverbund mit Liechtenstein” sowie die Erhöhung der Taktdichte bei der Bahnverbindung auf der Strecke Feldkirch-Buchs. “Die Grünen ignorieren Bürgerinteressen und Entlastungsfaktoren”, kontert FP-Verkehrssprecher Ernst Hagen die Vorschläge der Grünen. “Wir Freiheitlichen stehen hinter dem Entlastungsprojekt.”

Diese Tunnelspinne ist aus budgetärer Sicht grob fahrlässig.

Johannes Rauch, Klubchef Grüne

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