Experten: ÖVP droht im Herbst der Verlust der absoluten Mehrheit

Vorarlberg / 10.08.2014 • 19:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Markus Wallner: Seine absolute Mehrheit wackelt. Fotos: Steurer.
Markus Wallner: Seine absolute Mehrheit wackelt. Fotos: Steurer.

Meinungsforscher glauben nicht an VP-Absolute bei der Landtagswahl.

Wien, Bregenz. (APA, VN) Keine guten Nachrichten für die Vorarlberger Volkspartei: Die führenden Meinungsforscher des Landes trauen der ÖVP keine absolute Mehrheit bei der Landtagswahl am 21. September zu. Bundespolitische Bedeutung gewinne die Wahl vor allem durch ihre Vorreiterrolle und die denkbaren Koalitionsvarianten, so die Experten gegenüber der APA.

Neos entscheidend

Dass die Ländle-VP ihre Mehrheit verliert, steht für Wolfgang Bachmayer vom Meinungsforschungsinstitut OGM „fast mit Sicherheit“ fest. Sein Kollege David Pfarr­hofer vom market-Institut schlägt in dieselbe Kerbe: Die absolute Mehrheit werde „eine haarige Geschichte“ für die ÖVP. Eine entscheidende Rolle würden dabei die Neos spielen, meint wiederum Politologe Peter Filzmaier: „Wenn die Neos mit einem nennenswerten Stimmenanteil in den Landtag kommen, ist die Absolute weg.“ Davon ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt auszugehen.

Auch Pfarrhofer und Bachmayer sehen die Neos auf der Erfolgswelle. Der Vorsitzende Matthias Strolz stamme aus Vorarlberg, außerdem sei die Partei insgesamt gut verankert im Ländle, so Pfarrhofer. Bachmayer sekundiert: „In Vorarlberg werden die Neos sicherlich die Erwartungen erfüllen“ und die „Stimmungsdelle“ bei der EU-Wahl überwinden.

Was die anderen Parteien betrifft, rechnet Bachmayer mit Zugewinnen vor allem für die Grünen und die FPÖ. Weniger gut seien die Aussichten für die Sozialdemokraten, sagt Politologe Filzmeier. Die müssten aufpassen, nicht in den einstelligen Bereich abzurutschen.

Vorarlberger Vorreiterrolle

Bundespolitisch bedeutsam sei die Wahl, weil sie den Auftakt zu fünf Landtagswahlen und sechs Gemeinderatswahlen bis Ende 2015 darstelle, sagt OGM-Chef Bachmayer. „Mit Vorarlberg beginnt im Prinzip die Serie von Wahlen, diese können vom Ergebnis her Druck auf den Bund machen.“ Ergebnisse dieser Serie könnten den Koalitionsparteien SPÖ und ÖVP „sehr, sehr große Sorgen“ machen, so Bachmayer.

Besonders spannend seien die möglichen Koalitionen nach der Wahl, weniger das Wahlergebnis selbst, meint hingegen Filzmaier. Eine schwarz-blaue oder gar schwarz-pinke Koalition würde von den Parteien mit Sicherheit immer wieder thematisiert werden.

Wallner-Komitee präsentiert

Unbeeindruckt davon wurde am Sonntag das Personenkomitee zur Unterstützung von Landeshauptmann Markus Wallner präsentiert. Die „Bewegung für Vorarlberg – Landeshauptmann Markus Wallner“ habe bisher mehr als 1000 Unterstützungserklärungen gesammelt, 10.000 sollen es noch werden. Die großen Namen der Ära Sausgruber – damals machten sich unter anderem Toni Innauer und Egon Blum für Sausgruber stark – wichen weniger bekannten Gesichtern. Bundesrat Magnus Brunner und die Höchster Vizebürgermeisterin Heidi Schuster-Burda gehören ebenso dazu wie Snowboarder Markus Schairer.

Bundesrat Magnus Brunner führt das Unterstützungskomitee an.
Bundesrat Magnus Brunner führt das Unterstützungskomitee an.

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