Schwüle Tage werden mehr

Vorarlberg / 11.08.2014 • 20:34 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schweißtreibende Tage sind bei schwülem Wetter garantiert.  Foto: VN/Steurer

Schweißtreibende Tage sind bei schwülem Wetter garantiert.  Foto: VN/Steurer

Auch wenn der Sommer derzeit Pause macht. Schweißtreibende Hitze ist im Vormarsch.

Bregenz. (VN-hk) Es ist ein Wettermix, den viele Menschen als nicht eben angenehm empfinden: Regen wechselt mit sonnigen Phasen. Und ist die Sonne erst mal da, entsteht sofort eine überdurchschnittlich hohe Luftfeuchtigkeit. Anders ausgedrückt: Es wird schweißtreibend schwül. Es ist dies keine subjektive Wahrnehmung, sondern eine Tatsache. Eine Untersuchung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik beweist: Die Zahl der schwülen Tage im Sommer ist seit einigen Jahren überdurchschnittlich hoch.

Luftfeuchtigkeit

Auch der heurige Juli brachte es laut Untersuchung der Wetterstation Hohe Warte auf überdurchschnittlich viele schwüle Tage. „Wir verzeichneten in diesem Monat 14 Tage, die als schwül zu bezeichnen waren. Der Mittelwert von schwülen Tagen im langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 liegt bei neun“, verdeutlicht Meteorologe Marc Olefs (34) von der ZAMG in Wien das Phänomen anhand von Zahlen. Die Auswertungen für andere Regionen Österreichs ergeben nach Auskunft von Olefs ein ähnliches Bild. Auch im August ging es in dieser Tonart weiter. Von Schwüle spricht man beim Auftreten von mindestens 13,5 Gramm Wasserdampf pro Kubikmeter Luft. „Je höher die absolute Luftfeuchtigkeit steigt, desto drückender wird die Schwüle empfunden“, erklärt Meteorologe Olefs.
Das Erreichen dieses Wertes ist physikalisch an die Lufttemperatur gekoppelt, da Luft umso mehr Wasserdampf aufnehmen kann, je wärmer sie ist. Prinzipiell ist das Erreichen dieses Grenzwertes ab einer Lufttemperatur von 16 Grad Celsius möglich. Dann allerdings braucht es 100 Prozent Luftfeuchtigkeit. Bei 30 Grad Lufttemperatur reichen bereits 44 Prozent Luftfeuchtigkeit, bei 35 Grad sogar 34 Prozent. Warum wird’s in Österreich und auch in Vorarlberg immer schwüler? „Es wird immer wärmer und warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen“, erklärt Olefs. Andererseits: Ein warmer Sommer ist nicht immer gleichbedeutend mit einem schwülen Sommer. Beispiel 2013: „Da hatten wir bekanntlich Hitzerekorde. Aber es handelte sich zumeist um eine trockene Hitze. Es war also nie so feucht wie heuer.“

Temperaturanstieg

Dass die schwülen Tage mehr werden und damit auch die Gefahr von Gewittern steigt, erklärt sich für den Experten auch durch eine fortschreitende Änderung der Großwetterlagen. „Wir verzeichnen vermehrt Südwestlagen mit warmer, feuchter Luft aus dem Mittelmeerraum“, begründet Olefs den mittelfristigen Wettertrend. Für ihn und den Großteil der Meteorologen-Kollegen ist jedenfalls jetzt schon klar: In den kommenden 50 Jahren wird die Temperatur in Mitteleuropa um zwei Grad ansteigen.

Nicht ganz unproblematisch ist schwüles Wetter für die Befindlichkeit von ohnehin schon gesundheitlich angeschlagenen Menschen. „Schwüle kann oft noch den letzten Ausschlag geben für ein gesundheitliches Problem“, weiß der Leiter der Internen Abteilung am Krankenhaus Dornbirn, Dr. Guntram Winder (53). Auffallend mehr Ambulanz-Patienten, die unter der Schwüle litten, verzeichnete man am Dornbirner Krankenhaus dieser Tage jedoch nicht.

Schwüle Tage werden mehr
Die nächsten Tage macht die Schwüle Pause. Für viele ein Segen.  VN/HB

Die nächsten Tage macht die Schwüle Pause. Für viele ein Segen.  VN/HB

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