Sammeln von Pilzen birgt Gefahren

Vorarlberg / 13.08.2014 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das derzeit regnerische Wetter fördert das Wachstum der Waldpilze.

Das derzeit regnerische Wetter fördert das Wachstum der Waldpilze.

Feuchtes Wetter heißt Hochsaison für Pilzesammler. Allerdings ein Genuss mit Tücken.

sCHWARZACH. Das Sammeln von Speisepilzen begeistert immer mehr Naturfreunde. Allerdings ist es nicht damit getan, durch den Wald zu streifen und die Hand nach den Köstlichkeiten auszustrecken. Denn es gibt gesetzliche Grundlagen und auch das richtige Sammeln will gelernt sein. ,,In Vorarlberg dürfen Pilze täglich zwischen 8 und 17 Uhr gesammelt werden“, betont Klaus Zimmermann von der inatura. Aber: ,,Nicht mehr als zwei Kilo pro Person und Tag.“

Keine lärmenden Horden

Man sollte auch nicht als lärmende Horde ganze Waldbereiche abgrasen. ,,Dabei könnten die im Boden wachsenden Pilzfäden Schaden nehmen und das Wild wird gestört“, begründet der Experte. Besonders wichtig: Nur Pilze entnehmen, die mit Sicherheit als Speisepilze erkannt wurden. ,,Denn nur die dürfen gesammelt werden“, erklärt Zimmermann. ,,Pilze, die man nicht ganz sicher kennt, unbedingt separat aufbewahren und möglichst frisch einer fachkundigen Person zur Bestimmung vorlegen“, rät der Fachmann.

Die Pilze am besten vorsichtig aus dem Boden drehen oder mit dem Messer abschneiden und in luftigen Körben transportieren. In Plastiktaschen werden nämlich selbst die besten Speisepilze in kurzer Zeit ungenießbar. In rohem Zustand sind die meisten Pilze stark giftig. Deshalb Pilze mindestens fünfzehn Minuten bei mehr als 80 Grad garen. ,,Klein geschnitten entfaltet sich ihr Aroma am besten“, so Zimmermann.

Hin und wieder kann jedoch das beste Pilzragout unbekömmlich sein. Zum einen kann aus Versehen tatsächlich ein Giftpilz im Essen gelandet sein, zum anderen gibt es auch individuelle Unverträglichkeiten. Ebenso können Fehler beim Transport, der Lagerung oder der Zubereitung von Pilzen deren Verträglichkeit beeinträchtigen. Bei Verdacht auf Pilzvergiftung hilft nur eines: „Ruhe bewahren, Pilzabfälle, Mahlzeitreste oder auch Erbrochenes sicherstellen und möglichst rasch ärztliche Hilfe suchen.“

Die inatura hat einen kostenlosen Beratungsservice zu Pilzen eingerichtet. Zur exakten Artenbestimmung braucht der Berater drei bis vier vollständige Exemplare. Pilzberatungen sind nur nach vorangegangener Terminabsprache möglich.

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