Ein Taschengeld fürs Lernen im Spital

Vorarlberg / 17.08.2014 • 19:51 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
  Medizinstudenten sollen nicht umsonst arbeiten müssen. Das fordert die Hochschülerschaft mittels Petition.
  Medizinstudenten sollen nicht umsonst arbeiten müssen. Das fordert die Hochschülerschaft mittels Petition.

Als eines der wenigen Bundesländer bezahlt Vorarlberg seine Medizin-Praktikanten.

Feldkirch. (VN-mm) Mit wenigstens 650 Euro monatlich wollen Medizinstudenten für ihr Praktikum, das sie im letzten Ausbildungsjahr im Spital absolvieren müssen, künftig entlohnt werden. Die Forderung der Hochschülerschaft fällt bei Kollegen auf fruchtbaren Boden. Jedenfalls verzeichnet die dazu organisierte Petition regen Zulauf. In Vorarlberg ist das als einem der wenigen Bundesländer kein Thema. Hier erhalten Studenten des klinisch-praktischen Jahrs (KPJ) pro Monat immerhin 579,70 Euro auf ihr Konto überwiesen.

Eingeführt wurde die Maßnahme schon vor mehr als zwei Jahren, geboren aus der Notwendigkeit, dem Ärztemangel etwas entgegensetzen zu müssen. Der Aufwand lohnt sich, wie vonseiten der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) versichert wird.

Auch sozialversichert

Im sechsten und letzten Ausbildungsjahr absolvieren Medizinstudenten in approbierten Krankenhäusern das sogenannte klinisch-praktische Jahr. In diesem besteht für die angehenden Ärzte eine Anwesenheitspflicht von 35 Wochenstunden, wobei sie medizinische Tätigkeiten ebenso übernehmen wie Journaldienste.

In Vorarlberg können das LKH Feldkirch und das LKH Bregenz diese Ausbildungsstufe anbieten. Monatlich sind im Durchschnitt etwa 25 Studentinnen und Studenten im Rahmen des KPJ in den beiden Landeskrankenhäusern beschäftigt. „Während dieser Zeit erhalten die Praktikanten nicht nur eine Abgeltung für ihre Arbeit. Sie sind durch uns auch bei der Sozialversicherung gemeldet“, erklärt Markus Schuler vom Personalmanagement der KHBG. Gleichzeitig soll das Finanzpaket einen Anreiz bieten, auch den Turnus in einem Vorarlberger Spital abzuleisten und sich danach gleich ganz im Westen niederzulassen. Derzeit verfügen die Landeskrankenhäuser über 102 Turnusarztstellen. Vor allem aufgrund der Nähe zur Schweiz, in die in den vergangenen Jahren zahlreiche Ärzte abgewandert sind, sieht sich die KHBG genötigt, entsprechende Angebote zu schaffen, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, wie Schuler sagt. So wurde unter anderem die Ausbildungsqualität für Turnusärzte dahingehend verbessert, dass es ein einheitliches Tätigkeitsprofil sowie eine Entlastung von administrativen Arbeiten gibt. „Zusätzlich bekommen unsere Turnusärzte eine Notarztausbildung und einen Sonografiekurs bezahlt“, listet Markus Schuler auf.

 Höheres Jahresgehalt

Auch das Jahresgehalt liegt mit rund 70.000 Euro brutto höher als anderswo. Weiters will die KHBG mit günstigen Wohn- und Kinderbetreuungsmöglichkeiten punkten. Aufgrund dieser Bemühungen ist die personelle Situation laut Schuler derzeit sehr gut. Aber: „Wir dürfen hier nicht stehen bleiben, wollen wir auch in Zukunft gute Ärzte bei uns beschäftigen.“

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