Ein “Verkehrstaliban”

Vorarlberg / 17.08.2014 • 19:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Bärenkreuzung in Feldkirch soll durch eine Tunnelspinne entlastet werden. Den Grünen ist das Projekt suspekt. Foto: VN/Hofmeister
Die Bärenkreuzung in Feldkirch soll durch eine Tunnelspinne entlastet werden. Den Grünen ist das Projekt suspekt. Foto: VN/Hofmeister

ÖVP schießt sich auf den scheidenden Grünen-Abgeordneten Bernd Bösch ein.

schwarzach. (VN-mm) Der Wahlkampf ist eröffnet und schon fliegen die verbalen Fetzen. Ein besonders delikates Geschoss feuerte ÖVP-Verkehrssprecher Peter Ritter jetzt in Richtung des scheidenden Grünen-Abgeordneten Bernd Bösch ab. Mit seiner politischen Bilanz als grüner Verkehrssprecher falle Bösch endgültig in die Kategorie „Verkehrstaliban“, polterte Ritter. Bösch selbst zeigte sich ob dieser Wortwahl sehr verwundert, zumal sie laut seinen Erfahrungen so gar nicht der von Peter Ritter entspreche. „Da muss jemand wirklich in Vollpanik sein“, mutmaßt der Lustenauer. Einen anderen Grund sehe er nicht, zumal er schon seit zwei Monaten aufgrund seines geplanten Rückzugs aus dem Landtag keine Äußerungen mehr zu Verkehrsthemen getätigt habe. „Das ist bewusst geschehen. Denn es ging schließlich um unsere Positionierung für die nächsten Jahre“, begründet Bernd Bösch gegenüber den VN die Zurückhaltung.

 Abgang mit gutem Gefühl

Für die Zeit davor zieht er persönlich eine positive Bilanz. „Ich gehe mit einem guten Gefühl“, sagt Bernd Bösch. Vor allem im Energiebereich hätten die Grünen als Opposition etwas weitergebracht. „Als wir das erste Mal von Energieautonomie sprachen, wurden wir ausgelacht. Inzwischen stehen alle Parteien dahinter“, nennt er ein Beispiel. Das 365-Euro-Ticket sowie den Ausbau des öffentlichen Verkehrs heftet Bösch als weitere Erfolge auf die grünen Fahnen. Konstruktiv und hartnäckig sei die Arbeit der Grünen gewesen. Als konstruktiv bezeichnete er auch den Dialog mit der ÖVP. „Schade, dass der bislang wirklich respektvolle Umgang nun dem Vorwahlkampf geopfert wurde“, bedauert Bösch.

Eine „grüne Illusion“

Tatsächlich nehmen sich auch die restlichen Anwürfe von Peter Ritter gegen den grünen Ressortkollegen ganz schön deftig aus. „Das ständige Infragestellen der für das Land wesentlichen Straßenbauprojekte zeugt von einer verkehrspolitischen Realitätsverweigerung, welche alle zukünftigen Verkehrsentwicklungen außer Acht lässt“, schießt der VP-Verkehrssprecher scharf in Richtung Bösch.

Es sei eine grüne Illusion zu glauben, die Verkehrsentwicklung allein durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs steuern zu können. „Wir brauchen eine leistungsfähige Straßenverbindung zwischen der Schweizer und der österreichischen Autobahn im unteren Rheintal sowie eine effektive Entlastung der verkehrsgeplagten Bevölkerung im Großraum Feldkirch“, gibt sich Peter Ritter in „wegweisenden Straßenbauprojekten der Zukunft“ kompromisslos. „Und ich bin überzeugt“, wettert der Bludenzer Vizebürgermeister weiter, „dass im Gegensatz zu den grünen Horrorszenarien des Bernd Bösch die Entscheidungen bei diesen Zukunftsprojekten rasch fallen werden.“ Für den Lustenauer haben sich diese Themen zumindest auf Landesebene bald schon erledigt. Nach zehn Jahren will er sich wieder mehr seinem Privatberuf und dem Gemeindegeschehen zuwenden. „Ich bleibe also weiterhin nahe an der Politik“, so Bösch. 

Da muss jemand wirklich in Vollpanik geraten sein.

Bernd Bösch

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