Die Leiche aus dem Bodensee wurde als Jürgen Hermann identifiziert

Vorarlberg / 18.08.2014 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 8. April 2014.
VN-Bericht vom 8. April 2014.

Der mutmaßliche Banker-Mörder aus Liechtenstein erschoss sich augenscheinlich selbst.

Schwarzach, Vaduz, Lindau. (VN-gs) Seit vier Monaten wurde international nach ihm gefahndet: Jürgen Hermann (59), dem der Mord an dem Liechtensteiner Banker Jürgen Frick angelastet wird. Der Chef des Geldinstituts „Frick“ war am 7. April in der Garage seines Bankhauses mit drei Schüssen getötet worden.

Die Ermittlungen konzentrierten sich sofort auf Hermann. Er war selbst als Fondsmanager tätig gewesen und hatte die Tat Tage vorher angekündigt. Der Liechtensteiner Pleitier machte die „Bank Frick“ für das Scheitern seines Investment-Fonds „Hermann Finance“ verantwortlich. Nach dem Tötungsdelikt flüchtete der 59-Jährige mit einem Kleinwagen an den Rhein bei Ruggell. Dort, am Flussufer an der Grenze zu Vorarlberg, fanden Einsatzkräfte der Polizei persönliche Sachen Hermanns. Darunter sein Reisepass mit Notizen, die als Geständnis und Abschiedsbrief interpretiert wurden. Die Liechtensteiner Fahnder gingen von Beginn an davon aus, dass Hermann an jenem Tag Selbstmord begangen hatte. Die internationale Fahndung blieb jedoch aufrecht.

Mit „Föhn“ geborgen

Bis gestern. Die Obduktion einer im Bodensee aufgefundenen Leiche hat das Rätsel gelöst. Bereits am vergangenen Donnerstag war die Vorarlberger Seepolizei von einem 60-jährigen Fischer über eine leblos im Wasser treibende Person im Bereich der weiteren Rheinmündung informiert worden. Weil sich das Harder Feuerwehrboot „Föhn“ wegen einer Ponton-Bergung bereits in diesem Bereich befand, wurde der Leichnam von der Besatzung geborgen. Da sich der Auffindungsort jedoch im deutschen Vollzugsbereich befand, wurde der Tote der Lindauer Kriminalpolizei übergeben.

Deren Beamte nahmen sofort die Ermittlungen zur Identität des noch unbekannten männlichen Leichnams sowie der Todesumstände auf.

Da aufgrund des Zustands des Toten eine gesicherte Identifizierung zunächst nicht möglich war, erfolgte auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten am gestrigen Montag in Anwesenheit von Beamten der Kripo Lindau sowie der Liechtensteiner Polizei eine Obduktion, die vom rechtsmedizinischen Institut der LMU München durchgeführt wurde.

Aufgrund eines Abgleichs des Zahnstatus des Toten sowie vorgefundener Gegenstände (Schmuck, Schuhe) konnte dieser als Jürgen Hermann identifiziert werden.

Schussverletzung

Die Obduktion seiner Leiche, die sich bereits seit Monaten im Wasser befunden haben dürfte, ergab eine Schussverletzung als Todesursache. Momentan sind seitens der Bayerischen Polizei keine gesicherten Aussagen zum genauen Todeszeitpunkt sowie zum Tatort möglich. Bezüglich der Klärung der noch offenen Fragen steht die derzeit sachbearbeitende Kriminalpolizei Lindau in engem Kontakt zur Liechtensteiner Polizei.

Die Leiche Hermanns wurde von der Besatzung des Harder Feuerwehrbootes „Föhn“ geborgen. Foto: VN/HB
Die Leiche Hermanns wurde von der Besatzung des Harder Feuerwehrbootes „Föhn“ geborgen. Foto: VN/HB