Bei der Lebenshilfe ist jetzt Sparen angesagt

Vorarlberg / 20.08.2014 • 21:20 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Michaela Wagner will Ressourcen besser bündeln.  Foto: VN/RP
Michaela Wagner will Ressourcen besser bündeln. Foto: VN/RP

Geschäfte und Kioske wurden zugesperrt und Arbeitsbereiche zusammengelegt.

götzis. (VN-mm) Die Lebenshilfe Vorarlberg muss sparen. Zwei Geschäftsstandorte wurden geschlossen bzw. mit anderen zusammengelegt, vier von 14 Kantinen zugesperrt, und mit Beginn 2015 werden auch intern Bereiche aus Kostengründen zusammengelegt. Entlassungen konnten jedoch weitgehend vermieden werden. Die in den Kiosken beschäftigten Köchinnen mussten allerdings gehen. Die Trennung von jenem Prokuristen, dessen Tätigkeitsfelder in den neuen Geschäftsbereich „Arbeiten und Beschäftigung“ fließen, erfolgte laut Lebenshilfe-Geschäftsführerin Michaela Wagner einvernehmlich. Sie verweist darauf, dass sämtliche Maßnahmen unter dem Aspekt einer besseren Inklusion getroffen worden sind. „Von uns geführte Kioske, in denen keine Menschen mit Behinderung arbeiten, machen wenig Sinn“, verteidigt Wagner im VN-Gespräch die Umstrukturierungen. Und: „Es muss erlaubt sein, Angebote auch im Sozialbereich zu überprüfen.“

Konkret vom Zusperren betroffen sind die lebens.ART-Geschäfte in Bregenz und Feldkirch. Eine Unternehmensanalyse bescheinigte ihnen äußerst schlechte Kundenfrequenzen. „Unsere Betreuten blieben mit ihren Betreuern unter sich und produzierten mehr als verkauft wurde“, erklärt Michael Geisler, Leiter Handel in der Lebenshilfe. Inklusion habe praktisch nicht stattgefunden. Ab September werden diese Geschäfte deshalb in die Brockenhäuser integriert. Von Bregenz übersiedeln zwölf Betreute und drei Betreuer nach Lochau, in Feldkirch sind sechs Betreute und zwei Betreuer betroffen. Sie kommen in Sulz unter „Die Brockenhäuser bieten optimale Voraussetzungen, auch was die vielfältigeren Beschäftigungsmöglichkeiten betrifft“, so Geisler.

Das Konzept sei mit allen Beteiligten besprochen worden, sagt Michaela Wagner. „Es waren viele persönliche Einzelgespräche nötig“, fügt sie an. Mit dem Wechsel der Standorte erfolgt gleichzeitig eine Neuausrichtung des Sortiments. Es soll nur noch verkauft werden, was aus den eigenen Werkstätten kommt. Reicht das nicht, werden Produkte aus Lebenshilfe-Werkstätten in der Schweiz und Deutschland zugekauft. Ware aus Fernost hat ausgedient.

Land will Transparenz

Was das Budget betrifft, gibt sich die Lebenshilfe zugeknöpft. Fragen dazu werden konsequent abgeblockt. Diese Haltung gefällt auch dem Land zunehmend weniger. Von dort fließen jährlich immerhin 29 Millionen Euro in die Arbeit der Lebenshilfe. Einsicht in den Verein hat das Land jedoch nicht. Nun soll mehr Transparenz her. Es ist geplant, die Tarife zu prüfen. Dies geschieht laut Abteilungsleiterin Elisabeth Tschann aber in Absprache mit der Lebenshilfe.

Fakten

1220 Menschen mit Behinderung werden betreut.

979 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei der Lebenshilfe beschäftigt.

663 Personen engagieren sich ehrenamtlich in den LH-Einrichtungen.