Blühendes Gartenparadies im Herzen von Feldkirch

Vorarlberg / 20.08.2014 • 18:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Feuer und Flamme für das
Feuer und Flamme für das “Urban Gardening”-Projekt im Feldkircher Reichenfeld: Diana Mursec.

„Urban Gardening“ ist längst auch in Vorarlberg angekommen – in Feldkirch wird vorgemacht, wie’s geht.

Feldkirch. (VN-sas) „Urban Gardening“ – also die gärtnerische Nutzung städtischer Flächen – boomt. Ob in New York, London, Hamburg, Kopenhagen oder Wien – in all diesen Städten wird die Rückkehr der praktisch ausgestorbenen dörflichen, persönlichen Landwirtschaft zelebriert. Die Idee dahinter ist simpel: Man arbeitet im Kollektiv daran, auf öffentlichen Flächen einen gemeinschaftlichen Anbau von Nutzpflanzen zu organisieren.

Minimaler Beitrag an die Stadt

Seit Frühsommer 2013 ist man auch im Feldkircher Reichenfeld-Areal – zwischen dem Alten Hallenbad und der Justizanstalt – auf einer rund 1000 Quadratmeter großen Fläche mit „städtischem Gärtnern“ zugange. Um Initiator Stefan Strammer, der auch den „Garten Unser“ in Sulz ins Leben gerufen hat, hat sich ein Grüppchen von 15 Personen aus Feldkirch und Umgebung gebildet, das sich regelmäßig zum gemeinsamen Gärtnern trifft. Der Stadt Feldkirch wird für die Benützung des Gartens jährlich ein symbolischer Beitrag bezahlt.

Seit Beginn mit Begeisterung dabei ist die 33-jährige Diana Mursec aus Feldkirch-Levis. „Ich bin im März 2013 nach einigen Jahren Wien wieder nach Vorarlberg zurückgekehrt und hatte bis dahin mit Gärtnern eigentlich so gut wie gar nichts am Hut“, erzählt sie. Doch die Idee des „gemeinsamen Tuns und vor allem des nachhaltigen und wertschätzenden Umgangs mit der Natur“ habe sie sofort fasziniert. „Man verbringt außerdem viel Zeit draußen, neue Freundschaften haben sich entwickelt“, zählt sie weitere Vorteile auf. Und, zu guter Letzt, die „Arbeit“, die in Wahrheit eigentlich gar keine sei, entschleunige vom oft doch sehr hektischen Alltag.

150-Kilo-Ernte

Erst vor wenigen Tagen wurden Kartoffeln geerntet. Zu neunt, sieben Erwachsene und zwei Kinder, habe man innerhalb von drei Stunden stolze 150 Kilogramm Kartoffeln ausgebuddelt. Der „Stadtgarten“ wirft aber weitaus mehr ab: Zucchini, Mais, Salat, Kohlrabi, Erbsen und Sonnenblumen haben die Hobby-Gärtner unter anderem gepflanzt. Und was geschieht mit der Ernte, die offenbar alles andere als bescheiden ausfällt? „Die wird fair aufgeteilt oder beim gemeinsamen Kochen verwertet“, informiert die Feldkircherin. Ein Teil der Ernte geht an das Gymnasium Schillerstraße und an das Pädagogische Förderzentrum – „die beiden Einrichtungen arbeiten ebenfalls regelmäßig im Garten mit“, so Mursec.

Geburt eines Schafs

Mit dem Projekt Stadtgarten haben die Freizeit-Gärtner bislang fast nur gute Erfahrungen gemacht: „Klar liegt hin und wieder eine leere Bierflasche im Feld. Aber das war’s dann auch an Negativem“, sagt Mursec. Man komme beim Gärtnern mit zahlreichen Personen ins Gespräch, „viele erkundigen sich auch, ob sie sich am Projekt beteiligen können“. Auch persönlich hat die Hobby-Gärtnerin viel gelernt: „Hier heißt es wirklich ,learning by doing‘, wenn man zum ersten Mal die Wiese mit einer Sense mäht“, schildert sie ihre Erlebnisse. Im „Schwestern-Garten“ in Tosters hat die 33-Jährige sogar die Geburt eines Schafs miterlebt. „Ich möchte keine dieser Erfahrungen missen. Man geht mit viel offeneren Augen durch die Natur.“

Die Ernte wird fair aufgeteilt oder beim gemeinsamen Kochen verwertet.

Diana Mursec
Verletzung hin oder her: Julia Mayer wollte bei der Ernte nicht fehlen.
Verletzung hin oder her: Julia Mayer wollte bei der Ernte nicht fehlen.
Auch Sarah half bei der dreistündigen Kartoffelernte mit: Rund 150 Kilogramm waren die „Ausbeute“. Fotos: VN/Stiplovsek
Auch Sarah half bei der dreistündigen Kartoffelernte mit: Rund 150 Kilogramm waren die „Ausbeute“. Fotos: VN/Stiplovsek

Weitere Infos zum Stadtgarten Feldkirch gibt es unter http://stadtgartenfeldkirch.wordpress.com.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.