Wenn der Sommer den Herbst probt

Vorarlberg / 21.08.2014 • 20:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wenn der Sommer den Herbst probt

Badefreunde und Gastronomen kommen derzeit zu kurz, Allergiker profitieren.

Schwarzach. (VN-sas) Zum Lachen ist ihm eigentlich nicht. Trotzdem nimmt er‘s mit Humor. Günter Scheibenreif von der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodymanik) in Bregenz begutachtet sein Wetterradar und kann uns keine besseren Prognosen geben, als dass es weiter herbstlich bleibt. „In den kommenden Tagen können wir mit Temperaturen um 22 Grad rechnen – mehr ist aber aus aktueller Sicht nicht drin“, prognostiziert er. Und setzt nach: „Aber wie gesagt, aus aktueller Sicht. Das Wetter macht ja momentan, was es will, und hält sich nicht im Geringsten an irgendwelche Prognosen“, fügt er mit sarkastischem Unterton hinzu. Schuld an der Misere ist der vom Atlantik kommende Jetstream. „Immerhin ist es aber so, dass wir das schlechte Wetter nicht unmittelbar abbekommen, sondern irgendwie immer schön an der Grenze liegen. Richtig grausig oder richtig heiß war es deshalb bis dato noch nicht“, so Scheibenreif.

Unglücklicherweise kann der Wetter-Experte die Prognosen nicht mal schönreden: „Nichts macht den Eindruck, dass sich in absehbarer Zeit etwas rührt. Außer, dass es ab Mittwoch voraussichtlich wieder kälter wird.“ Aber auch das könne morgen wieder anders aussehen.

Gastronomen als Verlierer

Neben Schülern und Lehrern, die in ihren Sommerferien vergeblich auf Badewetter warten, zählen Freibäder und Gastro-Betriebe zu den großen Verlierern des diesjährigen Sommers: „Wir spüren das schlechte Wetter auf jeden Fall“, sagt Andrew Nussbaumer, Obmann der Fachgruppe Gastronomie.

Besonders schlimm treffe es Gastgärten oder Berghütten, die etwas ab vom Schuss sind. „Da jammern einige wie verrückt“, verdeutlicht der Wirtesprecher die Situation. „Ich sehe es bei mir in Hohenems. Wir haben einen Garten mit 320 Plätzen, doch die Gäste sitzen fast ausschließlich drin“, so der Palast-Wirt. Nicht ganz so schlecht, wie man meinen könnte, gehe es innerstädtischen Gastgärten und Eisdielen. „Da die Leute ohnehin nicht wissen, was tun, flaniert man eben durch die Stadt und geht zwischendurch auf einen Kaffee oder einen Eisbecher.“ Mit Umsatzeinbußen von 20 Prozent rechne er aber dennoch in seiner Eis-Manufaktur.

Alles Schlechte bringt aber zumeist auch Gutes: Denn profitiert vom durchwachsenen Sommer haben Pollenallergiker. Entgegen der Vor­aussagen wurde die Saison nämlich nicht so schlimm wie erwartet: Der Pollenflug wird vom unbeständigen Wetter ausgebremst, niedrige Temperaturen und häufige Niederschläge bringen Entlastung.

Besonders schlimm trifft es Gastgärten, die ab vom Schuss sind.

Andrew Nussbaumer

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