Juwelier-Räuber muss sechs Jahre hinter Gitter

Vorarlberg / 22.08.2014 • 22:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 27. Juni 2014.
VN-Bericht vom 27. Juni 2014.

Das Geständnis wird dem 21-jährigen Deutschen mildernd angerechnet.

Feldkirch. Am 26. Juni wurde in der Dornbirner Marktstraße ein Juwelier überfallen. Der Täter war bereits zuvor einige Male im Geschäft und hatte sich mit der Angestellten unterhalten. Auch dieses Mal begann der Unmaskierte zunächst unauffällig ein Gespräch, plötzlich legte er eine Gasdruckpistole auf den Tresen und forderte Geld. Die Angestellte holte daraufhin knapp 15.000 Euro Bargeld. Der Räuber bat sie, mit dem Alarm etwas zu warten und machte sich mit der Beute aus dem Staub.

„Ungefährlicher“

Die Waffe, die einer echten Glock zum Verwechseln ähnlich sah, ließ er im Geschäft zurück. Nicht ganz uneigennützig, wie der Angeklagte gestern vor Gericht erklärte. „Ich dachte, wenn man nach mir fahndet, ist es für mich ungefährlicher, wenn ich als unbewaffnet gelte“, so die Begründung. Warum der bereits dreifach Vorbestrafte den Raub beging, ist schwer nachzuvollziehen. Zwar hatte er rund 4000 Euro Schulden und gerade Arbeitsplatz und Wohnung verloren, doch er ist gesund und kräftig, wohnte vorläufig in einer Sozialunterkunft und war bereits wieder auf Arbeitssuche.

Fakt ist, dass er die Beute nicht für die Tilgung seiner Schulden verwendete, sondern das Geld in Deutschland verlebte, ehe er sich bei der Polizei in Dornbirn selbst stellte. Da er unmaskiert und mehrfach vorbestraft war, gestaltete sich die Suche nach dem Schuldigen nicht übermäßig schwierig, und so gab der Täter freiwillig auf.

Unterschiedliche Ansichten

„Die Tat war minutiös geplant, Rucksäcke mit Wechselkleidung waren vorbereitet, eine Waffe war besorgt worden“, so die Staatsanwaltschaft. „Mein Mandant hat sich nicht einmal maskiert“, sieht Verteidigerin Lisa Marie Ramsauer eher eine Kurzschlussaktion gegeben.

Richterin Angelika Prechtl-Marte stellt klar, dass der Grund des Nicht-Maskierens darin lag, dass der Täter wusste, dass er mit einer Sturmhaube nicht einmal in das Geschäft hineingelangen würde.

Der Strafrahmen für einen bewaffneten Raub beträgt fünf bis 15 Jahre, das weiß der Mann und zeigt sich vollumfänglich geständig, was ihm mildernd angerechnet wird. Der Senat siedelt die Strafe mit sechs Jahren eher an der unteren Grenze an. „Wir hoffen, dass das ausreicht“, so die Vorsitzende. Den Schaden muss der Täter wiedergutmachen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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