400 rote Zwerge einfach weg

Vorarlberg / 24.08.2014 • 19:22 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dass die Zwerge gefallen, freut die SPÖ, dass sie geklaut wurden, weniger.  Foto: VN/Stiplovsek
Dass die Zwerge gefallen, freut die SPÖ, dass sie geklaut wurden, weniger. Foto: VN/Stiplovsek

Und die ÖVP plakatierte zu früh. Der Landtagswahlkampf wird schon grotesk. 

schwarzach. (VN-mm) Kaum begonnen, wird der Landtagswahlkampf schon grotesk. So berichtet die SPÖ von einem „seltsamen Verschwinden“ von 400 Zwergen, die an Laternenmasten in fast drei Metern Höhe mit Kabelbindern befestigt waren. Landesgeschäftsführer Reinhold Einwallner vermutet dahinter eine gezielte Aktion der ÖVP. Denn auf vielen dieser Laternenmasten würden jetzt in ähnlicher Höhe Plakate des politischen Gegners hängen. Gestern Nachmittag brachte Einwallner bei der Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt ein. Ermittlungen sind eingeleitet, denn die Zwerge immerhin 3000 Euro wert. Für Hinweise auf den nächtlichen Klau, der sich offenbar von Samstag auf Sonntag zwischen Rankweil und Bregenz abgespielt hat, sind 1000 Euro Belohnung ausgesetzt.

 Zu früh plakatiert

Landeshauptmann Markus Wallner muss sich auch noch den Vorwurf gefallen lassen, sein Konterfei zu früh plakatiert zu haben. Obwohl vereinbart war, dass die Plakate erst am Sonntag ausgehängt werden, blickt Wallner schon seit Samstag im Stile eines Souveräns großflächig auf das Wahlvolk. FPÖ-Chef Dieter Egger ortet dahinter eine „unendliche Nervosität“. Zwischenzeitlich haben jedoch auch die übrigen Parteien ihre Kandidaten in Stellung gebracht. Die Mitstreiter von Wallner waren ebenfalls bereits emsig unterwegs, um Parteiinfos und Sonnencreme unter die Bürger zu bringen. Auch Veranstaltungen können sich derzeit der politischen Prominenz kaum erwehren. Bei der gestrigen Eröffnung des neuen Heims des Obst- und Gartenbauvereins Wolfurt etwa tauchte nicht nur ÖVP-Landesrat Erich Schwärzler auf. Auch die Grünen-Vertreter Katharina Wiesflecker und Adi Gross gesellten sich bei bestem Wetter an die Tische des Volks.

SPÖ-Spitzenkandidat Michael Ritsch kann sich, wenn schon nicht über die Prognosen, so zumindest über das Vertrauen seiner Genossen freuen. Beim Landesparteitag am Freitag wurde er mit über 99 Prozent der Delegiertenstimmen als Landesvorsitzender wiedergewählt. Dass Umfragen ihn und seine Partei nach den Landtagswahlen in der Einstelligkeit sehen, scheint die Stimmung wenigstens nach außen hin nicht zu trüben. Die Gartenzwerge-Kampagne, mit der Ritsch und sein Team allen Unkenrufen zum Trotz wenigstens ein viertes Mandat ergattern wollen, sorgt jedenfalls für gehöriges Aufsehen.

Außerdem kam, was kommen musste: Sowohl Dieter Egger wie auch Michael Ritsch sind dem Hype der „Ice Bucket Challenge“ erlegen. Wobei es Ritsch zuerst mit einem Kübel Jolly-Eis versuchte, ehe ihm dann doch noch zwei Eiswasser-Töpfe über den Kopf geschüttet wurden. LH Markus Wallner begnügte sich vorerst mit einem Schluck Wasser.

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