Ehepaar nach der Flucht vor Polizisten verurteilt

Vorarlberg / 26.08.2014 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Anhalteversuch der Polizei zeigte keine Wirkung.  Foto: VN/HB
Der Anhalteversuch der Polizei zeigte keine Wirkung. Foto: VN/HB

Selbst gebastelte Kennzeichen versetzten Paar in Panik und ließen es davonbrausen.

Christiane Eckert

Feldkirch. Der 58-Jährige und seine 53-jährige Ehefrau wohnen jetzt im Burgenland. Beide haben eine geringfügige Vorstrafe, ansonsten sind sie unauffällig und zeigten sich vor der Polizei geständig. Doch zum Prozess nach Feldkirch kamen sie nie. Nach unzähligen Vertagungen wurden das etwas schräge Paar gestern in Abwesenheit verurteilt. Die Liste der Delikte ist lang.

Die Geschichte begann 2011 in der Nähe von Frastanz. Dort wurde der Lenker aufgehalten, weil er zu schnell gefahren war. Doch statt stehenzubleiben, gab der 58-Jährige Gas. Eine knappe halbe Stunde lang verfolgte die Polizei den Wagen. Ein Grund, warum der Autofahrer in Panik geraten war, dürften die gefälschten Kennzeichen sein. Über Ebay besorgten sich die Angeklagten Kennzeichen, beklebten und bemalten sie und brachten die Tafeln auf ihrem Auto an. Warum sie das taten, ging aus der Verhandlung nicht hervor.

Bei der wilden Verfolgungsjagd mit rund 70 km/h ging es nach Schlins, Nenzing und Gurtis, ehe die Fahrt auf dem Wanderparkplatz unterhalb der Bazora endete.

Beinahe Unfall gebaut

In einer Kehre überschätzte der Verfolgte offenbar seine Fahrkünste, er geriet über den Fahrbahnrand hinaus und touchierte eine Abgrenzungsmauer. Die Beamten sahen sich sogar einmal gezwungen, ihre Dienstwaffe zu ziehen.

Der Angehaltene gab Gas und raste ganz knapp an einem der Beamten vorbei. Der konnte gerade noch die offene Türe des Fluchtfahrzeuges mit dem Fuß zustoßen und zur Seite springen. Als das Ehepaar dann endlich stehenblieb, zeigte sich die Frau aggressiv und kratzte einen Polizisten. Die Liste der begangenen Straftaten ist lang, doch endlich scheint die Causa nach etlichen Vertagungen erledigt zu sein. Das Paar hatte sich immer wieder entschuldigt, doch nun gibt es ein Urteil.

Geld- und Haftstrafe

Der Lenker muss 1460 Euro Strafe bezahlen, zusätzlich gibt es drei Monate Haft auf Bewährung. Die Beifahrerin erhält 960 Euro Geldstrafe. An Delikten wurden verwirklicht: Urkundenfälschung, Gefährdung der körperlichen Sicherheit, Nötigung, versuchter Widerstand gegen die Staatsgewalt und schwere Körperverletzung, weil jede Verletzung eines Polizisten als „schwer“ gilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

VN-Bericht vom 18. Februar 2011.
VN-Bericht vom 18. Februar 2011.