“Bibel” auf Prüfstand

Vorarlberg / 27.08.2014 • 19:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Albert Hofer veranstaltet am 7. Oktober im Reichshofsaal eine Informationsveranstaltung zum Thema Adressbuch.  Foto: Stiplovsek
Albert Hofer veranstaltet am 7. Oktober im Reichshofsaal eine Informationsveranstaltung zum Thema Adressbuch.  Foto: Stiplovsek

Am 7. Oktober geht die Informationsveranstaltung im Reichshofsaal über die Bühne. 

Lustenau. (VN-hk) Wird es in Lustenau wieder ein Adressbuch geben, oder doch nicht? Die Beantwortung dieser Frage wird am Dienstag, dem 7. Oktober, zwar nicht beantwortet, aber einer Antwort zumindest ein Stück näher rücken. An diesem Tag findet im Reichshofsaal eine Informationsveranstaltung zum Thema Adressbuch statt. Veranstalter ist Albert Hofer (57), Herausgeber der letzten fünf Adressbücher.

Problem Datenschutz

Im Jahr 2002 kam das letzte von insgesamt zwölf Adressbüchern auf den Markt. Danach griff der Gesetzgeber ein. Er verbot die Freigabe von persönlichen Daten durch die Gemeinde. Von dort hatten sich die Autoren die persönlichen Angaben geholt – mit Erlaubnis des damaligen Bürgermeister Hans-Dieter Grabher. Ein derartiges Buch brauche die ausdrückliche Genehmigung jeder dort eingetragenen Person, bzw. von obsorgepflichtigen Bürgern für ihre nicht volljährigen Kinder. Das Ende des Adressbuchs schien gekommen. Hofer gab auf.

15.000 Unterschriften

Eine Änderung seiner Haltung trat jedoch ein, „als ich immer wieder von verschiedensten Leuten auf das Adressbuch angesprochen wurde und sie mir ihre Bereitschaft erklärten, Unterschriften zu sammeln“, erklärt Albert Hofer. Derzeit hält der Landtagsabgeordnete bei einer Liste von 24 Personen. „Die wollen ganze Straßen abgrasen, um Genehmigungen für den Eintrag in ein neues Adressbuch zu holen.“ Freilich ist die Herausforderung eine riesige. Nicht weniger als 180 Straßen müssten durchkämmt werden. Hofer bräuchte laut eigener Einschätzung 15.000 Unterschriften für die Genehmigung zur Verwendung persönlicher Daten von 21.000 Lustenauer Bürgern. 90 Prozent der Lustenauer müssten im Adressbuch vorkommen. „Sonst hat das keinen Sinn.“ Die Erfahrungen der letzten Wochen hätten ihn zuversichtlich gestimmt, dass dies möglich sei.

Auch Kritiker

Vereinzelt haben sich aber auch schon Kritiker eines neuen Adressbuches gemeldet. Ihre Grundhaltungen: Ein Adressbuch sei in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäß, dies würde nur ältere Lustenauer interessieren, es sei aufgrund der veröffentlichten Daten auch aus Sicherheitsgründen nicht unbedenklich. Dem hält Hofer seine Wahrnehmung entgegen: „Zwei Drittel der Lustenauer wollen es, einigen ist es gleichgültig, nur drei Prozent lehnen es ab.“ Es gehe vor allem darum, die Gleichgültigen zu einer Unterschrift zu bewegen.

1921 zum ersten Mal

Um herauszufinden, wie stark der Wunsch nach einer Neuauflage der „Lustenauer Bibel“ ist, hat Hofer die Informationsveranstaltung am 7. Oktober im Reichshofsaal ins Leben gerufen. Im Rahmen eines Bürgerbeteiligungsprozesses möchte er die Lustenauer am Projekt beteiligen. Dazu werden Listen für jene aufgelegt, die bereit sind, Genehmigungsunterschriften zu sammeln. Hofer: „Ich würde 300 Helfer brauchen, die jeweils 70 Personen um eine schriftliche Zustimmung werben.“
Das Lustenauer Adressbuch ist im Jahr 1921 zum ersten Mal erschienen.

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