4000 Tonnen Lebensmittel im Müll

Vorarlberg / 28.08.2014 • 19:40 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Müll-Flashmob“ gegen die Verschwendung von Lebensmitteln: „Werft nicht weg, was uns noch schmeckt!“  APA
„Müll-Flashmob“ gegen die Verschwendung von Lebensmitteln: „Werft nicht weg, was uns noch schmeckt!“ APA

Laut Abfallanalyse wirft jeder Vorarlberger im Jahr elf Kilo Lebensmittel weg.

Dornbirn. (VN-sas) Elf Kilogramm genießbare Lebensmittel landen in Vorarlberg pro Kopf und Jahr im Müll – sechs Kilogramm davon im Restmüll, der Rest im Bioabfall. Oft seien die Lebensmittel noch „originalverpackt, manchmal tauchen sie in der Abfallanalyse auf, noch bevor sie abgelaufen sind“, macht Umweltverband-Obmann Rainer Siegele aufmerksam. „Rechnet man die Ergebnisse der Vorarlberger Abfallanalyse hoch, sprechen wir von mehr als 4000 Tonnen an genießbaren Lebensmitteln, die aus den Haushalten pro Jahr im Abfall landen“, so Wieland Hofer, Geschäftsführer der Lustenauer Firma Häusle. Nicht mit eingerechnet sind in den elf Kilogramm Müll pro Jahr übrigens gekochte Speisen, Speisereste oder offensichtlich Verdorbenes. Will heißen: Eigentlich wird weitaus mehr verschwendet.

300 Euro pro Haushalt

Neben den ethischen, sozialen und ökologischen Problemen hinter diesen Mengen an weggeschmissenen Lebensmitteln sei auch die wirtschaftliche Seite erschreckend, so Siegele. Bei einem Durchschnittspreis von elf Euro pro Kilo weggeworfene Lebensmittel – hierbei handelt es sich vielfach um hochpreisige Fleisch- und Wurstwaren oder Fertigprodukte – summiere sich das in einem Haushalt mit 2,5 Personen jährlich auf 300 Euro, landesweit gar auf kaum vorstellbare 45 Millionen Euro.

Impulse und Aktionen

Mit positiven Impulsen und Aktionen treten jetzt verschiedene Partner gemeinsam für den Wert von Lebensmitteln ein. Umweltverband, Land Vorarlberg und die Firma Häusle koordinieren die Aktivitäten unter dem Dach der Vorarlberger Umweltplattform „umweltv“. Im Zentrum soll dabei immer die Botschaft „Lebensmittel sind kostbar!“ stehen, eine Kampagne des Ministeriums für ein lebenswertes Österreich.

Bei verschiedenen Anlässen und Veranstaltungen soll über Möglichkeiten informiert werden, wie jeder von uns wertschätzend mit Lebensmitteln umgehen kann. Start ist bei der Herbstmesse in Dornbirn (Infostand der Bäuerinnen in der Ländlehalle 12a), danach folgen Veranstaltungen in verschiedenen Gemeinden (etwa der „Luschnouar Markt am 13. September oder das Erntedankfest beim Bregenzer Markt am 19. September). „Mehr Wertschätzung für die ,Mittel zum Leben‘ würde einige unserer Probleme von selbst lösen“, bringt es Landes- und Bundesbäuerin Andrea Schwarzmann auf den Punkt.

Die Umsetzung der Landwirtschaftsstrategie 2020 „Ökoland Vorarlberg – regional und fair“ sei ein wichtiges landespolitisches Ziel mit dem Fokus auf dem wertschätzenden Umgang mit Mensch-Tier-Natur, aber auch auf dem Wert regionaler Lebensmittel, betont Landesrat Erich Schwärzler. Darüber hinaus sollen der Anteil der Biobetriebe im Land, die Palette der Bioprodukte auf dem Markt sowie die Zahl der Biokonsumenten verdoppelt werden. „Auch die Eigenversorgung bei regional erzeugten Lebensmitteln soll in den nächsten Jahren steigen“, nennt Schwärzler ein weiteres Ziel.

Abfallanalyse

Bei der Analyse wurden unter anderem große Mengen Brot, ganze Jausenbrote, Wurst und Käse oft originalverpackt, Ostereier, Schoko-Osterhasen, Kekse, Müsliriegel und vieles mehr gefunden.

Der Erfassungsgrad von biogenen Abfällen ist seit der letzten Analyse 2007 deutlich angestiegen.

Störstoffe, Sammelsäcke und verpackte Lebensmittel machen rund 15 Prozent im Biomüll aus, sie müssen aussortiert werden.

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