Bahn plant keine Sofortmaßnahmen

Vorarlberg / 22.09.2014 • 21:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Giftiges Erbe der Dampflok-Ära in Lindau: Die Bahn sieht dennoch keinen Anlass für Sofortmaßnahmen. Foto: vol.at
Giftiges Erbe der Dampflok-Ära in Lindau: Die Bahn sieht dennoch keinen Anlass für Sofortmaßnahmen. Foto: vol.at

Altlasten am Bahnhof Lindau: Bahn sieht keinen Handlungsbedarf.

Lindau. Vertreter der Deutschen Bahn haben auf dem Bahnhofsgelände Lindau ihr „Altlastenmanagement“ vorgestellt: Es gehe keine Gefahr von den Altlasten im Boden aus, so die Bahn, deswegen seien keine Sofortmaßnahmen geplant. Das berichtete der Bayerische Rundfunk (BR) gestern.

Der Sender hatte Ende Mai enthüllt, dass laut einem internen Bahngutachten das Grundwasser auf dem Bahngelände des Inselbahnhofs Lindau unter anderem mit Arsen und Schwermetallen verseucht ist und ein Austausch mit dem Bodensee stattfindet. Die Bahn hatte diese Informationen zuvor stets bestritten. Bahn und Umweltbehörde des Landratsamtes Lindau betonten, dass es zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung des Trinkwassers gegeben habe.

Empfehlung für Maßnahmen

Das Bayerische Landesamt für Umwelt empfiehlt bei Grenzüberschreitungen der Stufe 2 Sofortmaßnahmen zu treffen. Laut Bayerischem Rundfunk sei bei einzelnen Messungen am Bahnhofsgelände genau diese Stufe 2 festgestellt worden. Dennoch sieht die Bahn keinen aktuellen Handlungsbedarf. Denn die Grenzwertüberschreitungen seien einzelne Ausreißer und könnten Fehlbefunde sein, zitiert der BR einen Experten der Bahn.

Keine Gefährdung

Das Umweltamt am Landratsamt Lindau bestätigte unterdessen, dass vom Bahnhofsgelände verseuchtes Grundwasser in den Bodensee sickert. Da die Schadstoffkonzentration jedoch gering sei und durch das Bodenseewasser zusätzlich extrem verdünnt werde, sei die Belastung wasserwirtschaftlich als nicht relevant einzustufen, zitiert der Sender die Lindauer Behörden.

4,5 Millionen Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus dem Bodensee. Was Trinkwasserproben betrifft, hielten die Untersuchungsergebnisse immer die erlaubten Grenzwerte ein, heißt es in dem Bericht weiter.