Fünf Jahre Gefängnis für Überfall auf Wettbüro

Vorarlberg / 22.09.2014 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Wettlokal „Golden Gate“ in Dornbirn wurde am 3. Jänner zum Tatort eines besonders brutalen Raubüberfalls.  Foto: VOL.AT/Rauch
Das Wettlokal „Golden Gate“ in Dornbirn wurde am 3. Jänner zum Tatort eines besonders brutalen Raubüberfalls. Foto: VOL.AT/Rauch

Vermummter Räuber verletzte Angestellte mit Küchenmesser und muss nun hinter Gitter.

Christiane Eckert

Feldkirch. Im Jänner wurde in der Dornbirner Moosmahdstraße das Wettlokal „Golden Gate“ überfallen und ausgeraubt. Der Räuber war maskiert mit einer selbstgebastelten Verkleidung – geschneidert aus einer Thermohose. Mit einem 24 Zentimeter langen Küchenmesser bedrohte er die Angestellte. Die Frau hatte aufgrund der räumlichen Situation fast keine Wahl – sie wurde in ein Gerangel verwickelt, bei dem der Täter ihr eine tiefe Schnittwunde an der Hand zufügte. Fünf Minuten lang rang die Angestellte mit dem Räuber, jenem Mann, den sie bereits während des Kampfes als Kunde erkannte. Sogar mit einem Pfefferspray versuchte die Frau den Ganoven loszu- werden, doch zum Einsatz des Sprays kam es nicht, zu heftig war der Kampf.

Schwer angeschlagen

Neben der Schnittverletzung quälten die 28-Jährige lange Zeit auch psychische Probleme. Immer wieder belasteten sie die brutalen Szenen, noch heute ist sie – neun Monate nach dem Vorfall – angeschlagen. Der Räuber, bislang unbescholten und Handwerker mit Job und Freundin, kann sich sein Verhalten angeblich nicht erklären. „Ich war nicht ich selbst“, sagt er heute. Ein psychiatrisches Gutachten wurde zum Thema Spielsucht eingeholt und es bestätigt, dass der Mann während der Tat getrieben war von seiner Sucht. Die Zurechnungsfähigkeit war eingeschränkt, jedoch nicht ausgeschlossen. „Der Drang zu spielen war kaum mehr kontrollierbar. Er war in seinem Denken eingeengt, litt unter Depressionen“, so der Sachverständige Psychiater Wilhelm Jochum. Einmal kam es sogar zu einem Suizidversuch durch Strangulation und Tabletten. Im Jänner dann zum Raubüberfall.

Video als Beweis

Von dem Überfall gibt es ein Video, und hier sehen die Schöffen, wie heftig der Kampf zwischen Täter und Opfer ablief. Vorerst konnte der Mann zwar mit rund 5500 Euro Beute um vier Uhr morgens vom Tatort entkommen, doch die Flucht währte nur kurz. Die Verteidigung betont, dass der bislang Unbescholtene nun eine Therapie begonnen habe und die Freundin des Mannes zum Angeklagten stehe. Die beiden haben ein kleines gemeinsames Kind. Auch der Arbeitgeber sei bereit, den Handwerker wieder einzustellen, so die Verteidigerin. „Wegen der Brutalität des Überfalls kommt das Unterschreiten der Mindeststrafe nicht in Betracht“, begründet Richterin Verena Marschnig das Urteil. „Fünf Jahre sind an der untersten Grenze“, so Marschnig.

Der Drang zu spielen war kaum mehr kontrollierbar.

Wilhelm JOchum, psychiater
  Das Wettlokal „Golden Gate“ in Dornbirn wurde am 3.Jänner zum Tatort eines besonders brutalen Raubüberfalls.  Foto: VOL.AT/Rauch
  Das Wettlokal „Golden Gate“ in Dornbirn wurde am 3.Jänner zum Tatort eines besonders brutalen Raubüberfalls. Foto: VOL.AT/Rauch