Rinder-TBC: 50.000 Tiere werden jetzt untersucht

02.11.2014 • 19:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Fächendeckende Beprobung: Das gesamte Alpvieh muss auf Anordnung des Bundes heuer auf TBC untersucht werden. Foto: Ludwig Berchtold
Fächendeckende Beprobung: Das gesamte Alpvieh muss auf Anordnung des Bundes heuer auf TBC untersucht werden. Foto: Ludwig Berchtold

Im Kampf gegen Tierseuche muss im Land das gesamte Alpvieh beprobt werden.

Schwarzach. Viele Alpbauern wollen Gewissheit darüber, ob sich ihr Vieh beim Sömmern auf den Alpen mit TBC infiziert hat. Die Zeit des Wartens hat bald ein Ende. Nach einer sechswöchigen Inkubationszeit können die heimischen Tierärzte mit der Beprobung beginnen. „Wir starten mit den Untersuchungen im Laufe des Monats“, bestätigt Landesveterinär Norbert Greber auf VN-Anfrage.

Die Tierseuchenbekämpfung ist Angelegenheit des Bundes. Dort fallen auch die Entscheidungen, in welchem Umfang beprobt werden muss. Zuletzt wurde ausschließlich in jenen Regionen des Landes untersucht, wo das TBC-Risiko als hoch eingestuft wurde. 6200 Tiere, so Landesveterinär Greber, seien im abgelaufenen Kalenderjahr auf TBC untersucht worden.

Flächendeckende Beprobung

Um eine weitere Ausbreitung der Tierseuche zu verhindern, hat der Bund für das laufende Jahr eine flächendeckende Beprobung angeordnet. Es werden mit die aufwendigsten Untersuchungen in der Geschichte. „Betroffen sind alle Tiere, die älter als ein halbes Jahr sind“, konkretisiert Greber gegenüber den VN. In Summe werden über 50.000 Tiere auf TBC getestet.

Die Pläne sehen vor, dass in zwei Etappen beprobt wird. „Wir beginnen in den Bezirken Bludenz und Feldkirch“, so der Landesveterinär. Hier ist das Ansteckungsrisiko am höchsten, da diese Gegend am nächsten zu den TBC-Kerngebieten im Klostertal und dem Silbertal liegt. Danach würden Bregenz und Dornbirn folgen. Ein besonderes Augenmerk lege man auch auf die Grenzregionen mit einem Viehaustausch etwa ins Allgäu. Auch hier würden rasch Tests durchgeführt.

Den Aufwand der vom Bund angeordneten Maßnahmen bezeichnet Greber als enorm. Man stoße an die Grenzen des Machbaren. „Wir haben ein Ressourcenproblem.“ So müssten die praktisch tätigen Tierärzte im Land beauftragt werden. „Mit Amtstierärzten allein können wir das nicht machen“, so Greber.

Kosten von 550.000 Euro

Die Kosten der flächendeckenden Beprobung beziffert der Landesveterinär auf rund 450.000 Euro für die Untersuchungen und weitere 100.000 Euro für die Testsubstanz Tuberkulin. Finanziert werden die Viehuntersuchungen zur Gänze mit Mitteln des Bundes.

Rotwild: 36 positive Tests

Dass es zu weiteren positiven TBC-Fällen bei Rindern kommen wird, gilt unter Experten als sehr wahrscheinlich. Betroffen dürften vor allem Tiere sein, die in den TBC-Kerngebieten gesömmert wurden. Da Rotwild für die Übertragung der Tierseuche verantwortlich ist, wurden dort längst umfangreiche Maßnahmen getroffen. So soll das Wild drastisch reduziert werden. Allein im Silbertal und im Klostertal sollen heuer 1000 Tiere geschossen werden. Die Befunde des bisher erlegten Rotwildes bestätigen die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen. So wurden 517 Tiere untersucht, davon 377 aus den TBC-Kerngebieten. 30 der 36 positiven Testergebnisse fallen auf diese Gebiete, nennt Greber im Gespräch mit den VN die aktuellsten Fakten zu den Untersuchungen.

Wir stoßen bei den flächendeckenden Untersuchungen bei den Ressourcen an die Grenzen.

Norbert Greber, Landesveterinär