15 Millionen Euro für die Sanierung der Propstei

Vorarlberg / 06.11.2014 • 19:52 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In der Propstei St. Gerold gehen jetzt Bauarbeiter ein und aus. Denn das Kloster wird bei laufendem Betrieb generalsaniert.  Foto: VN/Paulitsch
In der Propstei St. Gerold gehen jetzt Bauarbeiter ein und aus. Denn das Kloster wird bei laufendem Betrieb generalsaniert. Foto: VN/Paulitsch

Die Propstei St. Gerold wird generalsaniert. Die Bauarbeiten sind seit Juli im Gange.

St. Gerold. (VN-kum) Die Propstei St. Gerold kann auf eine rund tausendjährige Geschichte zurückblicken. Seit dem 13. Jahrhundert gehört sie zum Kloster Einsiedeln in der Schweiz. Heute ist die Propstei viel mehr als ein Kloster. Sie ist ein Ort der Begegnung und Einkehr. Hier finden Seminare und Veranstaltungen statt, hier machen Gäste Urlaub, hier wird Therapiereiten angeboten, hier wird eine Landwirtschaft betrieben. Die Propstei ist ein großer Wirtschaftsbetrieb mit rund 40 Mitarbeitern und damit der größte Arbeitgeber im Großen Walsertal.

Pater Kolumban Reichlin leitet das Unternehmen, das heute ums wirtschaftliche Überleben kämpft. „Damit die Propstei finanziell auf solidem Fundament weiterbestehen kann, sind umfassende Sanierungsmaßnahmen unumgänglich“, stellt der Propst klar. Laut dem Pater bedarf die gastronomische Infrastruktur einer Zentralisierung, muss die Bettenzahl erhöht und die Zimmerstruktur den heutigen Bedürfnissen angepasst werden. Großer Sanierungsbedarf bestehe auch in der ungenügenden Seminarinfrastruktur und in der veralteten Haustechnik. Außerdem würden baupyhsikalische Mängel enorme Energieverluste und akustische Probleme verursachen. „Zudem gefährdet Feuchtigkeit die historische Bausubstanz.“ Darüber hinaus sieht sich die Propstei auch mit behördlichen Auflagen in Bezug auf Sicherheit, Brand- und Blitzschutz konfrontiert, die sie zur Weiterführung des Betriebs rasch umzusetzen hat.

Sechs Bauetappen

Es gab also viele Gründe, die für eine Gesamtsanierung sprachen. Diese will man nun in sechs Bauetappen angehen. Im Zentrum des ersten Sanierungsabschnitts steht die Zentralisierung der beiden Küchen und der drei Speisesäle. In der zweiten Etappe werden in der Herberge zusätzliche Zimmer und Betten entstehen. Von diesen beiden Bauvorhaben verspricht sich Pater Kolumban die Konsolidierung des Betriebes. Im Rahmen der dritten Sanierungsetappe sind Wohnungen für das Personal geplant. Im Fokus des vierten Bauabschnitts steht das Haupthaus, das durch Auslagerung der Küche und der Speiseräume beschaulicher werden soll. Die fünfte Bau­etappe sieht bauphysikalische und akustische Optimierungen im Wyberhus vor. In der sechsten und letzten Bauphase sollen die Gnadenkapelle und die Kirche saniert werden. Der Propst rechnet damit, dass Ende 2018 die ersten vier Bauetappen abgeschlossen sein werden. „Den fünften und sechsten Bauabschnitt haben wir zeitlich noch nicht fixiert.“

15,5 Millionen Euro

Die Kosten für die ersten vier Bauetappen belaufen sich auf 15,5 Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgt durch das Kloster Einsiedeln, die Stiftung und den Freundeskreis der Propstei, das Land und private Gönner.

Die Propstei heute

» Kloster

» Gästehaus (jährlich 10.000 Übernachtungen)

» Seminarhaus (130 Seminare im Jahr)

» Kulturzentrum (40 Konzerte pro Jahr)

» Sozialzentrum: Therapiereiten, 1300 Übernachtungen von Notleidenden im Jahr

» Bio-Landwirtschaft

» Ort der Erholung mit Parkanlage

» Touristischer Leitbetrieb der Region