30.000 stürmten Flohmarkt

Vorarlberg / 09.11.2014 • 18:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mitten durch die Massen: Ein erfolgreicher Schnäppchenjäger bahnt sich den Weg durch das dichte Gedränge. Fotos: VN/Steurer

Mitten durch die Massen: Ein erfolgreicher Schnäppchenjäger bahnt sich den Weg durch das dichte Gedränge. Fotos: VN/Steurer

Schnäppchenjäger aus dem In- und Ausland auf der Jagd nach Kuriosem und Nützlichem.

Dornbirn. (ha) Mehr als eine halbe Million Geschirrteile, an die 50.000 Bücher, dazu eine riesige Auswahl an Bekleidung aus zweiter Hand, Bilder, Lampenschirme oder Sportgeräte: Der 43. Flohmarkt der Pfadfinder und des Lions Club Vorarlberg ließ bei geschätzten 30.000 Schnäppchenjägern aus dem In- und Ausland keine Wünsche offen. Mit leeren Händen musste am Wochenende in Dornbirn niemand nach Hause gehen.

450 Helfer

Dass einmal mehr beim großen Sturm auf die Hallen in den ersten Stunden nach der Öffnung am Samstagvormittag kein Chaos ausbrach, ist dem über 450 Personen starken Team um Flohmarktchef „Sunny“ Fässler zu verdanken, das selbst bei der größten Hektik die Nerven behielt. Als Kenner der Szene freut sich der Boss Jahr für Jahr immer wieder über die Spendenfreudigkeit der Bevölkerung, die einen Markt mit diesen Dimensionen erst möglich macht. „Diesmal fiel mir unter anderem das beachtliche Wellnessangebot auf, das vom Whirlpool über Wasserbetten bis zur Sitzsauna reichte.“

Über die 19.000 ehrenamtlichen Arbeitsstunden redet man im Flohmarktteam nicht. Dabeisein ist Ehrensache. Seit Jahrzehnten stehen etwa die Flohmärktler der ersten Stunde, inzwischen längst ergraut, aber immer noch fit genug für das Getümmel, hinter den Verkaufsständen.

Einer von ihnen ist Martin Rhomberg, seit vielen Jahren Chef der Abteilung für Antikes. Er weiß, was die Kundschaft auf den Markt treibt: „Die einen sind einfach auf der Suche nach etwas Besonderem, viele kommen, weil sie preiswert einkaufen wollen oder müssen.“ Familien deckten sich mit Bekleidung ein, andere freuten sich über gut erhaltene Möbelstücke, Mütter und Väter kauften für ihre Kinder um wenig Geld Spielzeug. Irgendwie ist der größte Flohmarkt Westösterreichs auch ein Spiegelbild der wirtschaftlichen Situation vieler Familien.

Am Ende waren Kundschaft und Verkaufsteam zufrieden. Die Pfadfinder und die Helferinnen und Helfer vom Lions Club konnten sich nach zwei anstrengenden Tagen zufrieden zurücklehnen, denn der Umsatz entsprach den ohnedies hohen Erwartungen. Und das ist gut so: Der Erlös des größten Flohmarktes Westösterreichs, der jährlich über 50.000 Euro beträgt, wird wie immer für karitative Zwecke verwendet. Vor allem notleidende Familien werden bedacht, aber auch soziale Organisationen oder das Kapuzinerkloster, das derzeit umfangreich saniert wird. Auch der Jugendgruppe der Pfadfinder wird ein Aufenthalt in einem internationalen Lager ermöglicht.

Großes Angebot an den einzelnen Verkaufsständen.

Großes Angebot an den einzelnen Verkaufsständen.