Windkraft-Initiatoren bangen um Zufahrten

Vorarlberg / 09.11.2014 • 20:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

„Ja“ der Wegegenossenschaft zum Zufahrtsausbau weicht der Zurückhaltung.

Möggers. Torpedieren die Mitglieder der Wegegenossenschaft in Möggers den Bau von Windkraftanlagen am Pfänderrücken, indem sie dem Ausbau der Zufahrtswege nicht zustimmen? Nein, tatsächlich gibt es sogar eine Zusage der Genossenschaftsmitglieder zu der Schützenhilfe. Doch ein Stimmungswechsel scheint derzeit denkbar.

Bei der letzten Versammlung der Genossenschaft wurde erörtert, ob man sich den Ausbau der Zufahrtswege zum möglichen Windkraftstandort vorstellen könne. Das Ergebnis: ein einstimmiges Ja, berichtete der Obmann der Genossenschaft, Arnold Eienbach, den VN. Diese Veranstaltung sei aber nicht zu verwechseln mit einem Info-Abend zum Thema Windkraft, zu dem er selbst jüngst geladen hatte. Zu deren Ende bat er um ein Stimmungsbild, wie er den VN erzählte. Dabei sprachen sich 24 von 28 Anwesenden gegen Windräder aus. Eine offizielle Abstimmung der Wegegenossenschaft war das jedoch nicht, der Info-Abend war öffentlich.

Der Wegegenossenschafts-Obmann ist selbst Windkraft-Befürworter, der fürchtet, „dass viele Ängste geschürt werden“. Er gibt aber zu: „Das Stimmungsbild in der Wegegenossenschaft hat sich verändert.“ Als es um die vertragliche Fixierung des Ausbaus ging, waren die Mitglieder plötzlich zurückhaltend, viele wollten lieber noch abwarten, bevor sie ihre Unterschrift leisten. Tenor unter den Genossenschaftlern: Man hofft auf mehr Informationen, vor allem über die Rentabilität der Anlagen.

Das Informationsdefizit teilt man übrigens auf Seiten der Gemeinde Möggers. Eine Entscheidung der Gemeindevertretung, ob künftig eine Fläche für Windkraftanlagen ausgewiesen wird, dürfte so bald nicht fallen. Bürgermeister Georg Bantel gegenüber den VN: „Es liegt ein Umwidmungsantrag vor, aber es sind noch viele Unterlagen beizubringen.“ Über die angedachte Höhe und Leistung – selbst über die Anzahl der Anlagen – haben die Antragsteller noch nichts eingebracht. Auch die Zufahrt müsse gesichert sein, so Bantel, Alternativen zu Möggers seien ihm nicht bekannt.

Richtungswechsel irritiert

Für Verwunderung sorgt der mögliche Richtungswechsel der Wegegenossenschaft auch bei Hans Punzenberger, Obmann der Arbeitsgemeinschaft für Erneuerbare Energien Vorarlberg. „Grundsätzlich ist eine Zufahrt auch über Scheidegg oder Eichenberg möglich“, sagte er den VN. Mit diesen Alternativen habe man sich aber nie ernsthaft beschäftigt, denn es habe ja auf der jüngsten Versammlung der Genossenschaft ein klares Ja gegeben.

Zu dem Antrag sind noch viele Unterlagen beizubringen

Bgm. Georg Bantel