Initiative macht sich für Dorfcafé stark

Vorarlberg / 11.11.2014 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Dorfcafé „mitta:din“ soll als einstöckiger Kubus mit Anschluss an den Montfortsaal gebaut werden.
Das Dorfcafé „mitta:din“ soll als einstöckiger Kubus mit Anschluss an den Montfortsaal gebaut werden.

Eine Bürgerinitiative möchte Weiler mit einem Dorfcafé beleben.

weiler. (VN-gms) Eine Gruppe von Bürgern aus Weiler hat sich zum Ziel gesetzt, unmittelbar neben dem Montfortsaal, am Standort des Alten Feuerwehrhauses, ein genossenschaftlich geführtes Dorfcafé zu schaffen, das den Namen mitta:din tragen soll.

Das Betriebskonzept, das die Gruppe gemeinsam mit der Wirtschaftskammer erstellt hat, sieht 60 Plätze und einen Tagesbetrieb vor. Weiters sollen auch Räumlichkeiten im Ritterhaus genutzt werden, die aktuell von der Feuerwehr nicht benötigt werden. Zudem soll es möglich sein, den Montfortsaal vom Café aus zu bespielen. Im Freien sind ein Dorfbrunnen und ein Gastgarten (zwischen Café und Ritterhaus) geplant – der Zugang zum Dorfplatz soll aber weiterhin möglich sein. Insgesamt soll das Zentrum sich auf diese Weise noch mehr öffnen.

Genossenschaft als Betreiber

Insgesamt schätzt die Initiative die Kosten für Errichtung und Einrichtung auf 800.000 Euro. Da die Gemeinde das Geld aktuell nicht zur Verfügung habe, soll eine Genossenschaft gebildet und so 430.000 Euro an Einlagen aufgebracht werden. 170.000 Euro stammen aus einer Förderung, die restlichen 200.000 Euro aus einem Kredit.

Für das Café soll ein Pächter, im Idealfall aus Weiler, gefunden werden. Da die Genossenschaft nicht gewinn­orientiert arbeite, könne auch eine entsprechend niedrige Pacht verlangt werden, was den wirtschaftlichen Erfolg erleichtere. Die Gemeinde soll jedenfalls Grundbesitzer bleiben und der Genossenschaft lediglich das Baurecht abtreten.

Um 500 Euro können Anteile erworben werden: Jährlich soll die Inflation als Dividende in Form von Gutscheinen für das Café ausbezahlt werden. Die Gemeinde soll dann, spätestens mit Ablauf des Baurechts, sämtliche Anteile um 500 Euro erwerben. Damit finanziert die Genossenschaft die Errichtung vor, und für die Genossenschafter sei das wirtschaftliche Risiko laut Kurt Ludescher, Sprecher der Bürgerinitiative, äußerst gering.
Bürgermeister Dietmar Summer begrüßt die Initiative und betont, dass es wichtig sei, dass das Grundstück im Besitz der Gemeinde bleibe. Er stellt aber auch klar, dass das Lokal ohne den Zuspruch und auch die finanzielle Zuwendung der Bürger nicht umsetzbar sei. Für das Umfeld, wie etwa die Parkflächen, soll die Gemeinde zuständig bleiben.

Teilnehmer gesucht

Bis zum 30. November sammelt die Initiative nun Absichtserklärungen zum Erwerb von Genossenschaftsanteilen von allen Interessierten aus Weiler und Umgebung. Diese können im Bürgerservice im Gemeindeamt oder bei den Initiatoren unterfertigt werden.
Im Dezember soll das Konzept, insofern genügend Zusagen für die Teilnahme an der Genossenschaft zusammengekommen sind, der Gemeindevertretung vorgelegt werden.

Wirtschaftskammerexperte Johannes Helfer jedenfalls gibt einem Café mit dem vorgestellten Konzept sehr gute Chancen.