Wieder mehr Lust auf Babyfreuden

Vorarlberg / 11.11.2014 • 19:56 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Der kleine Ludwig ist schon auf dem besten Weg, seine Welt zu erkunden.  Foto: VN/Steurer
Der kleine Ludwig ist schon auf dem besten Weg, seine Welt zu erkunden. Foto: VN/Steurer

Vorarlberg verzeichnet in diesem Jahr den bislang höchsten Zuwachs an Geburten.

Dornbirn. (VN-mm) Die Lust aufs Kinderkriegen steigt offenbar wieder, besonders in Vorarlberg. Hier kamen seit Beginn des Jahres österreichweit die meisten Babys zur Welt. Mit einem Geburtenzuwachs von 8,8 Prozent liegt das westlichste Bundesland zumindest derzeit noch klar vorne, wie die Statistik Austria meldet. So trugen sich vorläufig 3277 neue Erdenbürger in die Geburtenbücher der hiesigen Standesämter ein. Mit 994 Geburten konnte das Krankenhaus Dornbirn seine Spitzenstellung unter den Spitälern halten.

Hoffnungsvolle Entwicklung

Eröffnet hat den sich für heuer abzeichnenden Babyboom die kleine Lina Buschenreith­ner aus Mäder. Sie tat am
1. Jänner um 1.57 Uhr im LKH Feldkirch ihren ersten Schrei, was ihr gleichzeitig auch den Titel des Vorarlberger Neujahrsbabys eintrug. Danach ging es mit dem Kindersegen erfreulich weiter. Denn 1832 Lebendgeborene bedeuteten schon nach dem ersten Halbjahr einen Zuwachs von rund sechs Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Bis Ende September kamen dann noch einmal 1445 Kinder dazu. Das Jahr 2013 steht übrigens mit 3749 Lebendgeborenen zu Buche.

Die Entwicklung lässt auch den Obmann des Vorarlberger Familienverbandes, Andreas Prenn, hoffen. Obwohl es realistisch gesehen immer solche Auf- und Abwärtsbewegungen gebe. Dennoch vermerkt er als hilfreich für die Entscheidung zu Kindern, dass Familienpolitik über alle Parteigrenzen hinweg ein Thema ist und sich die Parteien auch in wesentlichen Fragen einig sind. „Dass wir in der Kinderbetreuung aufholen, ist sicher positiv“, meint Prenn. Damit sich die Geburtenrate jedoch auf Dauer erholen könne, brauche es nachhaltige und verlässliche Maßnahmen. „Daran fehlt es noch immer“, kritisiert der Familienverbandsobmann. Dass sich politisch tätige Organisationen, speziell was Steuererleichterungen für Familien betrifft, zudem nicht eben mit Ruhm bekleckern, wertet Prenn als besonders bedauerlich. „Familie muss leistbar sein, und im Moment ist sie das nicht“, merkt er mit Deutlichkeit an. Das werde er auch Landeshauptmann Markus Wallner sagen, der seinen Besuch zur Jahreshauptversammlung am Freitag angekündigt hat.

24 Stunden versorgt

Die Freude am Nachwuchs scheinen solche äußeren Umstände jedoch nicht zu trüben. Bundesweit kamen in den ersten neun Monaten 60.058 Kinder zur Welt. Das macht ein Plus von 3,8 Prozent. Zuwächse verzeichneten übrigens alle Bundesländer. Am geringsten fiel die Zunahme mit 0,1 Prozent in Kärnten aus. Im Gegenzug war dort der Anteil der unehelich geborenen Kinder mit 52,8 Prozent am höchsten.

Bei den Spitälern im Land liegt das Krankenhaus Dornbirn voran, wo die Mütter ihre Kinder auf Wunsch 24 Stunden bei sich haben können. „Dieses Angebot wird sehr gerne angenommen“, heißt es. Auch die Eltern­informationsabende, die jeden zweiten Mittwoch stattfinden, erfreuen sich demnach großer Beliebtheit. Auf den Plätzen die Landeskrankenhäuser Bregenz, Feldkirch und Bludenz.

Dass wir in der Kinderbetreuung aufholen, ist positiv.

Andreas Prenn

Baby-Fakten

Geburtenzuwächse

Vorarlberg 8,8 Prozent

Oberösterreich 6,4 Prozent

Salzburg 5 Prozent

Wien 3,7 Prozent in

Niederösterreich 3,2 Prozent

Tirol 2,9 Prozent

Steiermark 1,4 Prozent

Burgenland 1,3 Prozent

Kärnten 0,1 Prozent

 

Geborene in Vorarlberg

2010 3853

2011 3759

2012 3836

2013 3749

 

Spitalsranking 2014

KH Dornbirn 994 Geburten

LKH Bregenz 867 Geburten

LKH Feldkirch 803 Geburten

LKH Bludenz 395 Geburten