Aus Eifersucht Kumpel einen Raub angedichtet

Vorarlberg / 12.11.2014 • 22:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

24-Jähriger unterstellte Bekanntem ein Verbrechen.

Feldkirch. (ec) Im Juli dieses Jahres alarmierte ein junger Maurer in Dornbirn die Polizei. Ein ihm unbekannter Tschetschene habe ihn am Bahnhof überfallen, in Kinn und Magengrube geschlagen und mit dem Umbringen bedroht. Der Bursche schmückte das Ganze noch fantasievoll aus: „Er zog mich in eine Seitengasse und zwang mich, alles aus der Jacke zu holen. Er nahm mein 900 Euro teures Handy mit und auch meine Goldkette, dann verschwand er.“ Außerdem habe er ihm gedroht, für den Fall einer Anzeigenerstattung Rache zu üben. „Du kannst mir die Polizei und auch die Kobra schicken, es wird dich nichts nützen, denn ich werde dich finden“, so die angeblichen Worte.

Alles Fantasie

Vor Gericht sitzt ein 22-jähriger Angestellter. Zwei gravierende Vorstrafen hat er bereits, 16 Monate Bewährungsstrafe sind offen. Dieses Mal geht es um Raub und versuchte Nötigung, doch der junge Mann beteuert, dass er seinem Kumpel nur eine Ohrfeige gegeben habe, der Rest sei pure Erfindung. Für den jungen Mann, der sich nach seiner kriminellen Vergangenheit bemüht, wieder auf den richtigen Weg zu kommen, steht einiges auf dem Spiel. Er kann nur hoffen, dass sein Kumpel heute vor Gericht die wahre Geschichte erzählt. Und das tut er. Der Kumpel gesteht: „Ich habe alles nur erfunden. Er hat mit jener Frau geschlafen, die ich geliebt habe.“ Unter diesen Umständen muss der Senat nicht lange beraten. Es steht fest: Der wegen Raubes Angeklagte ist unschuldig. Er wird freigesprochen und auch die offene Bewährungsstrafe kann ihm nichts anhaben, denn er hat sich nichts zuschulden kommen lassen.

Konsequenzen

Der Maurer hingegen wird für seine Lügengeschichte geradestehen müssen. Er glaubte damals, er könne die Anzeige nachträglich zurückziehen, doch das war eine Fehlmeinung. Nun wird ihm bald wegen Verleumdung und zweifacher falscher Beweisaussage ein Verfahren ins Haus stehen. Doch immerhin hat er zumindest jetzt zugestanden, dass sein Bekannter kein Verbrecher ist. „Ich bin echt kein Räuber“, betont der Freigesprochene nochmals am Schluss der Verhandlung. Das Urteil ist rechtskräftig und der Angestellte verlässt erleichtert das Gericht.