Gedenkwoche für NS-Opfer Lampert

Vorarlberg / 12.11.2014 • 21:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Feierliche Seligsprechung von Carl Lampert am 13. November 2011.
Feierliche Seligsprechung von Carl Lampert am 13. November 2011.

Katholiken gedenken des vor drei Jahren seliggesprochenen Provikars Carl Lampert.

Feldkirch. Der Vorarlberger Geistliche war vor 70 Jahren – am 13. November 1944 – von den Nationalsozialisten enthauptet worden. Provikar Carl Lampert war das ranghöchste Nazi-Opfer des österreichischen Klerus. Er hatte in seiner Haft auch mehrfach Folter erlitten.

Die Gedenkwoche bis 28. November steht unter dem Titel „(Lebens-)Gefährliche Erinnerungen“. Sie soll die Aufmerksamkeit bewusst auf jene Menschen lenken, die unter Einsatz ihres Lebens die Gräueltaten des NS-Regimes klar benannten und festhielten. Gleich am ersten Tag der Gedenkwoche – Lamperts Todestag und Tag der Seligsprechung – steht ihr Höhepunkt an, nämlich ein Gedenkgottesdienst in der Pfarrkirche in Göfis. Die Messe im Geburtsort von Lampert, heute, Donnerstag, ab 19 Uhr, wird von Diözesanbischof Benno Elbs zelebriert. Am Sonntag, 16. November, wird im Gottesdienst in der Wallfahrtsbasilika in Rankweil ebenfalls an Lampert erinnert. Die Messfeier wird ab 9.30 Uhr live von ORF2 und dem ZDF übertragen.

Zum Abschluss findet am 28. November eine Buchpräsentation statt: Erstmals werden die Aufzeichnungen von Johannes Schöch, Feldkirchs Generalvikar von 1938 bis 1945, in Buchform öffentlich zugänglich gemacht.

Carl Lampert wurde am 13. November 1944 in Halle/Saale im 50. Lebensjahr durch das Fallbeil enthauptet. 1894 in Göfis geboren, wurde er 1918 zum Priester geweiht. 1939 ernannte ihn Bischof Paulus Rusch zum Provikar der damaligen Apostolischen Administratur Innsbruck-Feldkirch. Weil er sich unerschrocken für die Kirche in Tirol und Vorarlberg einsetzte, wurde Lampert 1940 mehrfach verhaftet und für Monate im KZ Dachau inhaftiert und später nach Stettin verbannt.

Im Februar 1943 wurde er mit weiteren Personen des „Stettiner Priesterkreises“ verhaftet. Bis zu seiner Hinrichtung wurde Lampert dreimal zum Tod verurteilt; zuletzt vom Reichs-Kriegsgericht Torgau wegen Hochverrat, Spionage, Wehrkraftzersetzung, Feindbegünstigung und Verstoß gegen das Rundfunkgesetz. Eine Freilassung unter der Bedingung, den Priesterstand zu verlassen, lehnte Lampert ab.