Arlberger wollen neue Seilbahnen

Vorarlberg / 14.11.2014 • 17:59 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Am Arlberg ist der Bau fünf neuer Seilbahnen geplant. Vorprüfung ist bereits erfolgt.

Zürs, Bludenz. (VN-tw) Stillstand ist Rückschritt. So lautet das Motto der Seilbahner am Arlberg. Nach der Inbetriebnahme des lange Zeit diskutierten Auenfeldjets, der die Skigebiete von Lech mit jenen in Schröcken im Bregenzerwald verbindet, steht ein neues Großprojekt in den Startlöchern. Dabei steht ebenso eine Verbindung von Skigebieten im Mittelpunkt. Wintersportler sollen künftig per Bahn zwischen den Skigebieten Zürs-Trittkopf-Rauz und Albonabahn in Stuben pendeln können (Grafik).

Täglich 140 Busfahrten weniger

Hinter dem Großvorhaben mit einer Gesamtlänge von knapp sieben Kilometern, dessen Baukosten mit mehr als 35 Millionen Euro beziffert werden, stehen die Ski Zürs AG als Projektführer und die Bergbahnen Stuben. Wichtiges Detail: es sollen „lediglich“ neue Seilbahnen errichtet werden, ein weiterer Ausbau der Pistenfläche ist nicht vorgesehen. Und nach der Fertigstellung der Liftanlagen sollen jene rund 140 täglichen Busfahrten zwischen der Alpe Rauz und Lech erfreulicherweise Geschichte sein. Statt abgasproduzierenden Bussen können Skifahrer mit der Seilbahn befördert werden.

Keine UVP vorgeschrieben

Die Pläne wurden dem Land bereits vorgelegt. Im Rahmen eines sogenannten Feststellungsverfahrens kam das Land zur Erkenntnis, dass bei dem Vorhaben keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) nötig ist. Das bestätigte der Bludenzer Bezirkshauptmann Johannes Nöbl im Gespräch mit den VN. Nöbls Behörde ist nun mit dem weiteren Verfahren betraut. Es handle sich um ein sehr umfangreiches Vorhaben, das einer eingehenden Prüfung bedürfe.

Heuer noch erste Verhandlung?

Laut Nöbl sollen bei den neuen Seilbahnen geschlossene Fahrbetriebsmittel, sprich, Kabinenbahnen, zum Einsatz kommen. Er gehe davon aus, dass eine Umsetzung des Vorhabens aufgrund seiner Größe nur über mehrere Bau­etappen hinweg möglich wäre. Derzeit könne er nicht sagen, ob heuer noch ein Termin für eine Verhandlung mit Betreibern und Gutachtern anberaumt werde, sagte der Bezirkshauptmann. „Es könnte auch sein, dass wir eine Verhandlung im Winter und eine im Sommer durchführen.“

Naturschutz strikt gegen Bau

„Dieser Seilbahnbau bringt ökologisch und im Landschaftsbild wesentliche Verschlechterungen. Das ist  einfach nicht gerechtfertigt“, lehnt Katharina Lins als Naturschutzanwältin die Pläne ab. Großflächige Geländeeingriffe würden immer einen Verlust an naturnaher Vegetation bescheren. Das Projekt wäre nur mit massiven Landschaftseingriffen umsetzbar, meint Lins. „Besonders problematisch ist, dass es im Land immer weniger großräumig ungestörte Gebiete wie das jetzt von einem Vorhaben betroffene Gelände gibt. Besonders sensibel wären dabei die Vorkommen von Schneehuhn und weiteren alpinen Vogelarten.“

Das Vorhaben ist eingereicht, jetzt erfolgt ein Verhandlungstermin.

Johannes Nöbl, Bezirksbehörde