„Früchtchen“ verletzte Schuldirektor

Vorarlberg / 14.11.2014 • 22:35 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Jugendrichterin Angelika Prechtl-Marte führte den Prozess gegen den 15-Jährigen, der bereits zum dritten Mal vor dem Kadi stand.  Foto: VN/HB
Jugendrichterin Angelika Prechtl-Marte führte den Prozess gegen den 15-Jährigen, der bereits zum dritten Mal vor dem Kadi stand. Foto: VN/HB

15-Jähriger zum dritten Mal vor Gericht, weiteres Strafverfahren ist anhängig.

Christiane Eckert

Feldkirch. Er ist erst 15 und damit knapp strafmündig, doch zwei Mal musste der Schüler bereits auf die Anklagebank. Einmal kam er ohne Strafe davon, dann mit einer teilbedingten Geldstrafe. Doch offenbar nutzte alles nichts, denn gestern musste er sich erneut wegen Gesetzesübertretungen verantworten. Dieses Mal ging es darum, dass er den Direktor seiner Dornbirner Schule beleidigt und so heftig am Arm gepackt hatte, dass dieser einen blauen Fleck davontrug.

Frech und grob

Der Streit in der Schule hatte sich folgendermaßen entwickelt: Der Bub war wieder einmal zu spät zum Unterricht erschienen. Außerdem hatte er eigentlich Werken. Doch er tauchte in der Schulküche auf. Dort war ebenfalls Unterricht. Der Direktor sagte ihm, dass er bis zur Pause warten müsse. Da drängte sich der 15-Jährige in die Tür, der Direktor schob ihn weg. Der groß gewachsene, korpulente Junge postierte sich breitbeinig im Türrahmen und beschimpfte den Lehrer. Als es diesem zu bunt wurde und er die Polizei anrufen wollte, weil es der Bursche dieses Mal zu weit getrieben hatte, eskalierte die Situation. „Hol doch die Bullen! Die scheißen sich eh in die Hose vor mir!“ polterte der Teenager.

Weiter beschimpft

Vor den anderen Schülern fauchte der 15-Jährige weiter: „Halt die Klappe und verpiss dich! Was bist du für ein Sch . . ßlehrer! Ich kann noch fester zudrücken. Wenn ich dich erwische, hau ich dich so was von her“. Zu den Beschimpfungen ist der Bub geständig, was das grobe Packen am Arm betrifft, beschönigt der Bursch die Situation. Richterin Angelika Prechtl-Marte glaubt den Schilderungen des Direktors, der auch im Zeugenstand so gar nicht den Eindruck macht, als wolle er dem Buben eins auswischen. Im Gegenteil, er spricht von einem eher rüden Umgangston unter den Jugendlichen und bemüht sich, das Ganze nicht allzu schlimm aussehen zu lassen. Zurzeit sei der Heranwachsende auf einem guten Weg, hat eine Stelle und versucht, den Hauptschulabschluss nachzumachen. 800 Euro Geldstrafe gibt es für die Körperverletzung und die Beleidigungen. Doch bei der Staatsanwaltschaft liegt schon wieder eine neue Anklage am Tisch: Der Bub hat einem anderen mit den Füßen ins Gesicht getreten.

Wenn ich dich erwische, hau ich dich sowas von her.

Der Angeklagte