Teures Dornbirner Herzstück

Vorarlberg / 14.11.2014 • 18:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
KH Dornbirn wird ständig modernisiert.  Foto: STD
KH Dornbirn wird ständig modernisiert. Foto: STD

Stadtspital-Abgang schnellt in die Höhe. Umsetzung neuer
EU-Richtlinien haben ihren Preis.

Dornbirn. (ha) Auf rund 72 Millionen Euro, um 5,5 Prozent mehr als heuer, beläuft sich das Budget des Dornbirner Stadtspitals für 2015, das vom Stadtplenum jetzt einstimmig beschlossen wurde. Die Einnahmen werden mit rund 45 Millionen Euro angegeben. Der Abgang erhöht sich um mehr als neun Prozent auf satte 27,5 Millionen Euro.

Gründe für stark steigende Mehrausgaben sind unter anderem die notwendige Erhöhung des Personalstandes sowie Baumaßnahmen im Haus und die Anschaffung neuester Medizintechnik. Allein für neue Operationssäle müssen in den kommenden drei Jahren 25 Millionen Euro aufgewendet werden. Für ein neues MRT-Gerät sind für 2015 1,8 Millionen Euro im Budget reserviert. Damit wird unter anderem der Patientenkomfort deutlich erhöht, da Krankentransporte zu externen Instituten entfallen.

Hohe Personalkosten

Deutlich mehr Geld als bisher muss für die Personalkosten kalkuliert werden. Chefarzt Guntram Winder: „Nur mit zusätzlichem ärztlichen Personal ist es möglich, die von der EU vorgeschriebene 48-Stunden-Woche umzusetzen.“ Nächstes Jahr wird der Personalstand deshalb um 30 Dienstposten erhöht. Gesucht werden nicht nur Ärztinnen und Ärzte, sondern auch Pflegefachkräfte.

Spitalsreferent Vizebürgermeister Martin Ruepp verfolgt die Kostenentwicklung mit einiger Sorge, wie er im Stadtparlament durchblicken ließ: „Da wird in den nächsten Jahren einiges auf uns zukommen“, rechnet er mit einer weiteren deutlichen Erhöhung des Aufwandes für den Krankenhausbetrieb. Dies sei allerdings kein Dornbirner Problem. „Im Vergleich zu den anderen Krankenhäusern des Landes stehen wir hervorragend da. Dies ist auch ein Verdienst der guten Arbeit der Krankenhausleitung.“

Lob für die Chefetage im Stadtkrankenhaus gab es auch von allen Sprechern der Rathausfraktionen und von Bürgermeisterin Andrea Kaufmann. Denn beim Stadtspital ziehen alle an einem Strang: Investitionen werden stets einstimmig beschlossen, und an eine Übergabe des Hauses an das Land denkt überhaupt niemand.