Flurschaden: ein total „verfahrener Karren“

Vorarlberg / 17.11.2014 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Da gab kein Vor und Zurück mehr: Sattelschlepper richtete einen Flurschaden ihn Höhe von 4500 Euro an.  
Da gab kein Vor und Zurück mehr: Sattelschlepper richtete einen Flurschaden ihn Höhe von 4500 Euro an.  

Falsches Navi ließ schweren Sattelschlepper auf privates Grundstück donnern.

Alberschwende. (VN) Es war am vergangenen Donnerstag, als Othmar Gmeiner (68) beim Frühstück plötzlich ein gar ungewöhnliches, mächtiges Brummen auf seinem Hof vernahm.

„Wie aus dem Nichts“

Der anschließende Blick aus dem Fenster ließ ihn erstarren: „Da kam plötzlich, wie aus dem Nichts, ein Sattelschlepper angebraust. Mit einer Dimension, wie sie hier in der Parzelle Abendreute noch nie zu sehen war“, erzählte er den Vorarlberger Nachrichten.

Der unheimliche „Brummi“ wälzte drei Schneestangen nieder, riss 33 Quadratmeter Asphalt auf, verwandelte 220 Meter Wiese in eine Schlammwüste und zerstörte eine Bitumendecke bei Gmeiners Hofeinfahrt. Dann blieb der tschechische Lkw stecken. Es gab kein Vor und Zurück mehr. Der Schock saß beim Fahrer, einem gebürtigen Ukrainer, so tief im Magen wie die Räder seiner Zugmaschine im Dreck.

„Katastrophe, Katastrophe! Das hat er dauernd geschrien“, erinnert sich Gmeiner. „Der war fix und fertig! Dann hat er auch noch angefangen rumzumurksen. Aber der Lkw war mit Holzbrettern vollbeladen und hatte ein elendiges Gewicht. Ich selbst war den ganzen Tag praktisch in meinem eigenen Hof eingesperrt. Dabei hätte ich doch zu einer Beerdigung fahren sollen!“ Der 68-Jährige, der im Rollstuhl sitzt, alarmierte die Polizei. Die verblüfften Beamten erschienen und erkannten sofort die buchstäblich ausweglose Situation. Hier konnte nur noch das Lustenauer Transportunternehmen Vögel helfen.

Stunden der Hilflosigkeit und Verzweiflung verstrichen. Denn die Rettung kam erst gegen Abend. Mit einer Seilwinde konnte der Lkw-Zug schließlich aus dem Schlamassel gezogen werden. Dann die Frage: Was hatte der tschechische Sattelzug in dieser Gegend zu suchen? In einer Gegend, wie sie „nicht weiter weg vom Schuss sein kann“, wunderte sich Gmeiner.

Unzulässiges Navi

Und das auch noch auf einer viel zu schmalen, nur 2,5 Meter breiten Sackgasse, auf der zudem Fahrverbot für den öffentlichen Verkehr herrscht. Das Rätsel war alsbald gelöst. Der Brummifahrer wollte mit seiner Holzladung ursprünglich nach Wolfurt. Doch war er mit einem falschen Navigationsgerät ausgerüstet gewesen, das für Pkw gedacht und für Lkw nicht zulässig war. Es leitete ihn völlig fehl – mitten in die „Pampa“.

Das könnte wichtig in der Versicherungsfrage sein. Denn laut einem Gutachten richtete die „Aktion“ einen Gesamtschaden von nicht weniger als beinahe 4500 Euro an.

Der Alberschwender Othmar Gmeiner (68) traute seinen Augen nicht, als er eines Morgens aus dem Fenster schaute. Foto: Sohm
Der Alberschwender Othmar Gmeiner (68) traute seinen Augen nicht, als er eines Morgens aus dem Fenster schaute. Foto: Sohm