Wirtschaft und Schulen in enger Partnerschaft

Vorarlberg / 17.11.2014 • 21:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Regionale Wirtschaftskreisläufe. Ein Thema, das die Siebtklässler am BG Dornbirn fasziniert.  Foto: VN/Paulitsch
Regionale Wirtschaftskreisläufe. Ein Thema, das die Siebtklässler am BG Dornbirn fasziniert. Foto: VN/Paulitsch

Volkswirtschaftliche Gesellschaft will Schülern regionale Wertschöpfung näher- bringen.

Dornbirn. (VN-hk) Wirtschaft kann regional stark und nachhaltig sein. Je nachdem, wie heimische Unternehmen untereinander verwoben sind und sich damit gegenseitig helfen. Mit den positiven Nebeneffekten: Jobs bleiben in Vorarlberg, eine hohe Qualität ist gewährleistet. Zusammenhänge wie diese will die Vorarlberger Volkswirtschaftliche Gesellschaft in den Schulen bewusst machen. Mit einer Wanderausstellung, als „Vision Days“ etikettiert, wird den Schülern das Thema Wirtschaft auf lebendige Art und Weise näher gebracht.

Verständnis schaffen

„Die Schule braucht die Gesellschaft. Aber auch die Gesellschaft braucht die Schule“, stellte Wirtschaftskammerpräsident Manfred Rein (65) klar. Und weil beide eine starke Wirtschaft und fähige Unternehmer brauchen, müsse man das Verständnis für Wirtschaft schon in den Schulen schaffen. Von dort würden nämlich auch die Unternehmer von morgen kommen. VVG-Geschäftsführer Michael Heim (55) ist überzeugt davon, „dass es gelungen ist ein Portfolio aufzustellen, das die Wirtschaft und das Verständnis für diese in alle Schultypen trägt“.

Gewinnersituation

Bewusst haben die Verantwortlichen für den Auftakt der Präsentation des heurigen Schwerpunkts das BG Dornbirn ausgesucht. Dort gibt es eine Schwerpunkt-Klasse Wirtschaft (eine siebente Klasse), die sich mit wirtschaftlichen Themen auseinandersetzt. Die Wanderausstellung besteht aus Schautafeln mit Informationen über mehrere Vorarlberger Unternehmen, die sich der regionalen Wertschöpfung verschrieben haben und bei denen sich die regionalen Wirtschaftskreisläufe nachzeichnen lassen. Johannes Ortner, Präsident der Vorarlberger Volkswirtschaftlichen Gesellschaft, glaubt, durch das Projekt eine dreifache Gewinnersituation zu schaffen. „Für die Schulen, für die Betriebe und für die regionale Wertschöpfung.“

Schüler regen sich

Bei der anschließenden Diskussion mit den Schülern lieferten diese interessante Anregungen. Eine Schülerin bemängelte den ihrer Meinung nach zu geringen Frauenanteil in führenden Positionen. Ein Klassenkollege nahm die Veranstaltung zum Anlass, Kritik an der standardisierten Matura zu üben. „Dadurch wird der Wettbewerb abgeschafft“, argumentierte der Siebtklässler. Für Wirtschaftskammerpräsident Rein ist der Schulterschluss von Schule und Wirtschaft eine ideale Partnerschaft. „Der Wirtschaft wirft man Ausbeutung vor, den Lehrern sagt man nach, sie tun nichts. Wir sind ja eine Schicksalsgemeinschaft“, meinte Rein humorvoll. Was die Wirtschaft durch Aktivitäten wie die Wanderausstellung „Regionale Wirtschaftskreisläufe“ vor allem möchte: Bei jungen Leuten die Lust auf Selbstständigkeit und Unternehmertum stärken.

Die Wanderausstellung mit den Schautafeln soll in möglichst viele Gymnasien und Mittelschulen des Landes Station machen und das Thema entsprechend diskutiert werden.

Die Schule braucht die Gesellschaft. Aber auch die Gesellschaft braucht die Schule. Manfred Rein

Die Schule braucht die Gesellschaft. Aber auch die Gesellschaft braucht die Schule.

Manfred Rein