Defizit wächst an

Vorarlberg / 18.11.2014 • 20:16 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Bregenzer Budget kratzt an 100-Millionen-Marke. Schulden und Defizit gewachsen.

Bregenz. (VN-pes) Im Budget-Voranschlag der Stadt Bregenz klafft ein deutliches Defizit: Eine Lücke von 4,3 Millionen Euro muss Bürgermeister Markus Linhart mit Geld aus den Rücklagen stopfen. Auch der Schuldenberg wuchs an.

99 Millionen Euro umfasst das Zahlenwerk insgesamt.„Höher lagen wir nur im Jahr der Festspielhaussanierung“, stellten Bürgermeister Markus Linhart und Kämmerer Manuel Felizeter am Dienstag bei der Vorstellung des Budgetvoranschlags für 2015 fest. Doch nicht nur Ausgaben und Einnahmen, sondern auch Defizit und Schulden wuchsen an.

Mit 4,3 Millionen Euro klafft das Netto-Defizit im Budget-Entwurf um eine Million breiter als noch im Vorjahr. Gestopft werden soll das Loch komplett aus Rücklagen. Linhart aber gab sich zuversichtlich, im Jahresergebnis dennoch eine schwarze Null zu erreichen.

Auch der Schuldenberg wuchs an: 1,3 Millionen Euro nimmt die Stadt mehr an Krediten auf, als sie tilgt. Damit betragen die Verbindlichkeiten insgesamt 59,3 Millionen Euro. „Die Zinslast ist ein Damoklesschwert, das über uns hängt“, erklärte Bürgermeister Linhart. Rund eine Million zahlt Bregenz kommendes Jahr an Kreditzinsen. Gemessen am Schuldenberg ist das günstig, kann aber zu Zeiten höherer Zinsen wieder mehr werden.

Finanzausgleich reformieren

„Unmöglich, ausgeglichen zu budgetieren“ sei es im Sozial- und Spitalbereich, wo die Kosten für die Stadt um Millionenbeträge anwuchsen. Spitalsbeiträge schossen um 23 Prozent in die Höhe, für die Leistung an den Sozialfonds musste der Kämmerer 12,5 Prozent veranschlagen. Vor allem die 900.000 Euro, die Bregenz als Spitalsstandortgemeinde entrichtet, seien ungerecht.

Linhart forderte daher eine Reform des Finanzausgleichs. „Ich gehe davon aus, dass diese Einsicht auch das Land erreicht“, so der Bürgermeister.

Die Zinslast schwebt wie ein Damoklesschwert über uns.

Markus Linhart

Budget-Voranschlag

Ausgaben gesamt: 99 Mill.

Investitionsbudget: 12,5 Mill.

 

» Ausgabenschwerpunkte:

Personalkosten: 28,8 Mill.

Soziales, Kindergärten: 18,4 Mill.

Gesundheit: 8,3 Mill.

Kultur: 6,8 Mill.

Schulen, Sport: 5,4 Mill.