Thomas Matt

Kommentar

Thomas Matt

Vom C zum D

Vorarlberg / 18.11.2014 • 18:48 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

„Sehen Sie die vier Balken? Wenn wir uns nun einen Buchstaben vorstellen, beschrieben deren Enden ein C.“ C wie Camembert oder Cannelloni oder Creme fraiche. Die berückend schlanke Dame am Stand der Körperfettmessung formt einfache deutsche Sätze, Aufzählungen mit bekannten Begriffen, auf dass der irritierte Kunde ihr folgen kann. „Aber sehen Sie, es sollte ein D sein.“ D wie Diätlyoner oder Dünnbier oder Dörrobst.

Vom C zum D. Das ist das Ziel. Dazwischen liegen 14 Kilos. Und die stehen halt im Weg. Oder präziser noch: Das Gros davon hat sich längst in den Vorruhestand begeben und hängt einfach so rum. Aber so geht das nicht.

Gerade weil die Beratungen an diesem Punkt in die Ausweglosigkeit zu kippen drohen, steht am Stand der Körperfettmessung nicht schon der Folterknecht vom Fitnessstudio, sondern eben das reizende Fräulein. (Bestimmt verzeiht sie auch diese antiquierte Anrede, aber es gab eine Zeit, da wurde der Begriff noch nicht als tätlicher Angriff empfunden.)

Das Fräulein also legt nun das charmanteste Lächeln auf wie ein wenig Rouge, wiegt sich in den Hüften, und dann spricht sie zur Beruhigung diese Worte: „Machen Sie sich keine Sorgen, mein Papa hatte das Problem auch.“ Erst ist diesem Augenblick hat der Befund apokalyptische Ausmaße angenommen.

thomas@matt.vol.at