Die Österreich bekommt einen Verein

Vorarlberg / 19.11.2014 • 19:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
2009 wurde die Österreich ausgemustert, seither dümpelt sie in Fußach vor sich hin. Foto: G. Grabher
2009 wurde die Österreich ausgemustert, seither dümpelt sie in Fußach vor sich hin. Foto: G. Grabher

Die Mitglieder wollen das historische Schiff unbedingt retten, aber die Zeit rennt.

Bregenz. (VN-ger) Sie ist einer der letzten Zeugen des Diesel-Pionierzeitalters auf dem Bodensee, doch seit fünf Jahren rostet die Österreich im Fußacher Werfthafen vor sich hin. Um das einstige Schmuckstück wieder auf Kurs zu bringen, wäre eine Generalrenovierung notwendig. Und die lieber heute als morgen. Ist nämlich bis Ende des Jahres keine Aktivität zur Erhaltung des Schiffs erkennbar, droht die BH mit der Verschrottung. Eben diese will der Freundeskreis zur Erhaltung des MS Österreich verhindern. Das Motorschiff soll wieder Kursschiff werden. Am Dienstagabend fand daher eine Gründungsversammlung satt. Mit dem Verein wollen Jürgen Zimmermann, Christian Kaizler, Fritz Trippolt, Mathias Läßer, Arnulf Dieth und Helmut Kuess endlich maßgebliche Schritte setzen und das Projekt greifbar machen. „„Die Schweiz erhält alle ihre Schiffe – öffentlich oder mit Vereinen. Auch die Deutschen sind draufgekommen, dass die Leute historische Schiffe wollen“, unterstreicht Obmann Zimmermann. 

Die Österreich lief 1928 als erstes großes Dieselmotorschiff auf dem Bodensee vom Stapel. In den Kriegsjahren war sie unter anderem als Torpedo-Versuchsschiff und Eisbrecher in Einsatz. 1952 wurde das völlig ramponierte Schiff schließlich von den ÖBB renoviert und ausgebaut, ehe es 2009 aus technischen Gründen ausgemustert wurde.

Erklärung dringend gesucht

Was derzeit noch fehlt, ist eine Absichtserklärung der Vorarlberger Landesregierung, die den eindeutigen Willen zur Renovierung und wirtschaftlichen Nutzung des MS Österreich ausdrückt – verbunden mit dem Status als erhaltenswertes Kulturgut. Ein diesbezügliches Ansuchen wurde Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser bereits Ende August übermittelt.

„Wir möchten das Schiff jetzt ausräumen, um fachlich fundierte Angebote einholen zu können“, erläutert Jürgen Zimmermann die weitere geplante Vorgangsweise. Derzeit geht der Freundeskreis von Kosten in der Höhe von drei bis vier Millionen Euro aus, die vom Land, dem Dreiviertel-Eigentümer illwerke vkw sowie privaten Geldgebern finanziert werden sollen. „Die Österreich ist in einem viel besseren Zustand als die Hohentwiel. Wir haben bereits einen Vermessungsplan über die Dichte der Rumpfschale und die ist noch sehr gut“, führt der Obmann aus und betont: „Ein neues Schiff kostet zehn Millionen Euro. Wenn die Österreich restauriert ist, dann ist sie so viel wert wie ein neues.“

Wenn wir die Leute begeistern, können wir das Ziel erreichen.

Jürgen Zimmermann

Mitglieder gesucht: Raiba Bregenz, IBAN: AT57 3700 0000 0002 4109, BIC: RVVGAT2B; Beitrag: 50 Euro