Millionenbetrug mit iPad-Verpackungen

Vorarlberg / 19.11.2014 • 22:47 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Auch Vorarlberger Firma wurde von betrügerischem Quartett geschädigt.

Schwarzach. Durch den Verkauf von 4000 gefälschten iPad-Verpackungen und 2000 gefälschten Microsoft Office Lizenzen soll ein Quartett österreichische Firmen um insgesamt knapp 2,3 Millionen Euro geschädigt haben. Drei Italiener (45, 48 und 49) sind in Haft, ein mutmaßlicher Mittäter (23) aus Wiener Neustadt wurde angezeigt, berichtete die niederösterreichische Landespolizeidirektion.

Die in der Slowakei und Schweiz wohnenden italienischen Staatsbürger sollen sich die Verpackungen im Zusammenwirken mit dem Österreicher im Mai 2013 von einer Fälscherfirma vermutlich in China besorgt haben. Die laut Polizei „täuschend echt aussehenden“ Schachteln wurden mit illegalen Originalnummern eines großen Computerkonzerns versehen und danach diversen Firmen als Originalprodukte zum Kauf angeboten.

Als Verkäufer trat dabei eine italienische Scheinfirma auf. Die gefälschten iPad-Verpackungen wurden direkt von einer beauftragten Spedition zu zwei Logistikbetrieben nach Österreich gebracht, wo die Lieferung von den Tätern übernommen und einige Tage danach als Originalware an zwei österreichische Firmen weitergegeben wurde.

Die ermittelnden Kriminalisten stießen im Zuge umfangreicher Erhebungen auf die Verdächtigen. Es stellte sich heraus, dass das Landeskriminalamt Wien bereits zwei der Männer im Zusammenhang mit einem anderen Betrug im Visier hatte: Dabei ging es um den Verkauf von 2000 gefälschten Microsoft Office Lizenzen an die Vorarlberger Pircher GmbH (die VN berichteten). Der Schaden belief sich in diesem Fall auf 360.000 Euro.