Windkraft-Projekt in der Flaute

Vorarlberg / 19.11.2014 • 19:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 10. November 2014.
VN-Bericht vom 10. November 2014.

Energieregion Leiblachtal hat Windräder am Höchberg nicht auf der Tagesordnung.

Möggers. Um Wasserkraft, auslaufende Förderungen und ein Solarkataster ging es bei der jüngsten Sitzung der Energieregion Leiblachtal am Dienstag. Die Windkraft stand offenbar nicht auf der Tagesordnung, als sich die Bürgermeister der fünf Leiblachtalgemeinden Möggers, Eichenberg, Lochau, Hörbranz und Hohenweiler zum Thema Energie besprachen. Das mag verwundern, schließlich steht das Projekt vor großen ungelösten Aufgaben.

Kürzlich war bekannt geworden, dass die Mitglieder der Wegegenossenschaft Möggers nach anfänglicher Zusage, Zufahrtswege zum Anlagenstandort auszubauen, dem Projekt zunehmend skeptisch gegenüberstehen. Auch fehlt zum Beispiel ein Vogelschutzgutachten. Ein Behördenverfahren hat noch nicht begonnen, „es sind noch viele Unterlagen beizubringen“, hatte vor gut zehn Tagen Georg Bantel, Bürgermeister von Möggers, gegenüber den VN erklärt.

Noch nicht alle Daten geprüft

Energieregion-Obmann Alfons Rädler, Bürgermeister von Eichenberg, gab gegenüber den VN zu: „Es sind noch nicht alle Daten geprüft.“ Er schätzt die Kosten eines Vogelschutzgutachtens auf 60.000 bis 80.000 Euro. Die Krux: Bezahlen müsste diese Summe eine Genossenschaft, die ein Interesse hat, Windkraftanlagen zu bauen. Würde sich aber herausstellen, dass wegen des Vogelzugs die Anlagen zeitweise abgeschaltet werden müssen, würden sie sich eventuell nicht rentieren. Für unwirtschaftliche Windräder finden sich jedoch wohl keine Investoren, die ein Gutachten im Voraus bezahlen.

Rädler, selbst ausgesprochener Windkraft-Befürworter, ist jedoch weiterhin von der Wirtschaftlichkeit der Anlagen überzeugt. Ein Windkraftrad wäre so wirtschaftlich wie etwa das Illspitz-Kraftwerk, der Standort sei so ergiebig wie 80 Prozent der bayerischen Windkraft­standorte, gab er an.

Die Gegner des Projekts machen indes weiterhin mobil. Markus Petter vom Alpenschutzverband und Gerhard Kaufmann vom Alpenverein haben vergangene Woche das Gelände, welches für ein Windkraftwerk benötigt wird, in unmittelbarer Nähe der geplanten Baustelle ausgesteckt, um die ihrer Ansicht nach zu gewaltigen Ausmaße eines Windrades zu illustrieren.