Damit es Adriana so gut wie nur möglich hat

Vorarlberg / 21.11.2014 • 19:25 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Adriana (r.) mit ihrer Schwester Leonie: ein unzertrennliches Paar.  Foto: VN/Hofmeister
Adriana (r.) mit ihrer Schwester Leonie: ein unzertrennliches Paar. Foto: VN/Hofmeister

Das Schicksal hat Adriana nicht verwöhnt. Ihr zu helfen, wird schnell zum Herzenswunsch.

Altach. „Wo ist Adriana?“, fragen wir höflich, nachdem wir die Wohnung von Marko (34) und Dusana (34) Buchhammer betreten haben. „Da ist sie doch“, sagt der Vater lachend und zeigt auf den reizenden Rotschopf. Das Mädchen blickt mit großen Augen auf die Fremden und kuschelt sich dann in inniger Umarmung an den Papa.

Man sieht der Sechsjährigen auf den ersten Blick nichts an. Erst der zweite Blick registriert die Schienen, die beide Beinchen umklammern. „Aber sie kann jetzt laufen, wenigstens ein bisschen“, erzählt Marko. Fünf Jahre musste Adriana werden, ehe sie das schaffte. Jetzt hat sie in der Wohnung einen Holzbock, mit dem sie sich von A nach B bewegt. Er dient ihr zur Sicherheit, denn sie kann auch schon ohne Hilfe gehen.

Kanüle im Kopf

Wenn das nur alles wäre. „Adriana kam mit einem offenen Rückenmark in Bregenz zur Welt. Wollen Sie die gute oder die schlechte Nachricht zuerst hören?“, beginnt Vater Marko mit der Geschichte seiner Tochter, die im Jahre 2008 begann. Marko wollte zuerst die gute hören. Adriana sei nicht gelähmt, geistig normal und könne sich gut entwickeln. Die schlechte: Ihr Leben stehe trotzdem im Zeichen schwerer Beeinträchtigungen, sie werde immer Hilfe brauchen. Adriana hat einen „Wasserkopf“. Sie trägt eine Kanüle im Kopf, die das Hirnwasser ableitet. Sie ist von den Knien abwärts völlig gefühllos, kann ihre Beine praktisch nicht kontrollieren. Auch nicht ihre Blase.“ Die Folgen davon sind beträchtlich: „Adriana hatte schon drei Bänderrisse, weil sie immer wieder über ihre Beine stolpert. Auch leidet sie regelmäßig an Blasenentzündungen“, erzählt Vater Marko im Stil der Präsentation eines ärztlichen Bulletins.

Verliebt in den Papa

Die Eltern sind zur Rund-um-die-Uhr-Pflege verdammt. Allein der Katheter, auf den die Kleine angewiesen ist, braucht regelmäßige Betreuung. Maximal ein paar Stunden kann Adriana ohne Eltern bei ihren Großeltern sein. „Aber auswärts übernachten? Ausgeschlossen“, macht Mama Dusana deutlich. Überfordert waren sie, als Adriana auf die Welt kam. „Wir hatten ja schon eine Tochter, die Leonie. Ein gesundes Kind, das uns ganz normal in Anspruch nahm. Wir mussten uns an die Pflege von Adriana erst gewöhnen. Jetzt ist für uns alles selbstverständlich“, gesteht Dusana. In puncto Zuwendung genießt Adriana das Optimum. „Sie mag Männer grundsätzlich nicht. Aber in ihren Papa ist sie regelrecht verliebt“, gesteht die Mama. Wie zum Beweis drückt sich Adriana innig an ihren Vater. Dabei kann sie das abwechselnd mit Mama und vor allem mit ihrer Schwester Leonie machen. Die Achtjährige liebt ihr Schwesterchen bedingungslos. „Sie ist so lieb, ich werde immer bei ihr sein.“ Stolz erzählt die Mutter, wie Leonie im Kindergarten immer wieder in den oberen Stock ging, um ihre Schwester zu besuchen und sie zu herzen.

Was Adriana braucht

Adriana braucht viele Therapien. Unter anderem besucht sie eine Reittherapie in Höchst. „Das hat sie zum Gehen gebracht, denn auf dem Pferd bekam sie plötzlich ein für ihre Möglichkeiten hervorragendes Gleichgewichtsgefühl. Ohne das hätte sie es nicht gelernt“, ist Marko überzeugt. Man würde Adriana so sehr wünschen, dass sie gesund und normal wird. Aber das wird sie nicht. Das wird sie nie. „Sie wird ein Leben lang beeinträchtigt sein. Auch wenn sich einiges noch verbessern kann.“ „Ma hilft“ unterstützt Adriana. Sie soll es so gut haben wie nur möglich.

,,Ma hilft“-Gala

» Wann: Sonntag, 30. November 2014, 17 Uhr (Einlass ab 16 Uhr)

» Wo: Festspielhaus Bregenz, Großer Saal

» Ticketreservierung: Bregenz Tourismus & Stadtmarketing GmbH, Rathausstraße 35a, 6900 Bregenz; Tel.: 05574 4959-0; E-Mail an: tourismus@bregenz.at; Tickets gibt es auch bei allen bekannten V-Ticket-Vorverkaufsstellen und unter www.v-ticket.at

» Ticketpreis: 24 Euro