Wenn eine Tanne dem Kanzler im Weg steht

Vorarlberg / 21.11.2014 • 19:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Sorgte in Aargau ungewollt für einen Kraneinsatz: Faymann.   APA
Sorgte in Aargau ungewollt für einen Kraneinsatz: Faymann.  APA

STreitbar. Ein Nachbarschaftsstreit in Lustenau droht zu eskalieren. Mittendrin:  VP-Abgeordneter Albert Hofer (57) und FP-Gemeindefunktionär Stefan Jäger (38). Was vor rund zwei Jahren begann, könnte bald vor Gericht enden. Äste von Tannen auf Jägers Gründstück ragen auf das leerstehende Grundstück Hofers. Dieser fand bereits Gründe, warum die Bäume weg müssen: Lichtentzug und Verwässerung. Ein von Hofer angestrengtes Schlichtungsverfahren der Landwirtschaftskammer brachte kein Ergebnis – Jägers Angebot, die Äste abzuschneiden, damit die Sache erledigt ist, wurde mit dem Satz „das muss ich mir danach erst anschauen“ abgelehnt. Hofer fand nun neue Bedrohung: Ein Haus sei in Gefahr. Stefan Jägers Haus, wohlgemerkt. Böse Zungen behaupten, Hofer wolle das Grundstück verkaufen und die Bäume drücken den Preis. Aufmerksame VN-Leser wissen, dass es nicht die erste Geschichte ist, in die Hofer und dieses Grundstück verwickelt sind.

 

Geheimniskrämerei. Die Dornbirner Grünen wollen, dass das Protokoll jeder öffentlichen Rathaussitzung samt allen Wortmeldungen auf Punkt und Komma genau auf der Homepage der Messestadt Dornbirn veröffentlicht wird. Alles andere sei Geheimniskrämerei, sagt Stadtrat Martin Konzet (45). VP, SP und FP lehnen den Antrag mit der Begründung ab, jede öffentliche Sitzung sei frei zugänglich. Davon wird in Dornbirn allerdings augenscheinlich wenig Gebrauch gemacht: Nur äußerst selten verirrt sich ein interessierter Bürger auf die Galerie. Stadtchefin Andrea Kaufmann (45) betont zwar, dass sie für Transparenz ist, nicht aber für eine Veröffentlichung der Protokolle im Netz. Sie beruft sich auf ein Gutachten der Universität Salzburg, das besagt, dass dies mit dem Datenschutz nicht vereinbar sei. Das kann die grüne Stadtvertreterin Juliane Alton (48) nicht nachvollziehen, weil ohnedies jeder das Recht habe, das Protokoll im Rathaus nachzulesen. Ihr wäre es halt lieber, wenn man sich die Aussagen der Politiker und die Abstimmungsergebnisse zu Hause am Computer zu Gemüte führen könnte und nicht in der Amtsstube.

 

Baum abgeräumt. Staatsbesuche wollen „generalstabsmäßig“ geplant sein. Und können dafür sorgen, dass Kommunen auf jahrzehntelanges Brauchtum verzichten müssen. Jüngstes Beispiel dafür liefert der Besuch von Kanzler Werner Faymann (54) in Aarau in der Schweiz. Fay­mann wurde gestern vor Gesprächen mit der Schweizer Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf (58) und der Aargauer Regierung über das Schweizer Steuerwesen am Aargauerplatz mit allen Ehren empfangen. Zuvor mussten allerdings die Forstarbeiter ausrücken und mit einem Kran eine rund 20 Meter hohe Tanne, die als Christbaum für die Aargauer hätte dienen sollen, vom Platz entfernen. Der Baum hätte den Staatsbesuch „gestört“, hieß es aus dem dortigen Rathaus.

Sorgte in Aargau ungewollt für Kraneinsatz: Faymann.  APA
Sorgte in Aargau ungewollt für Kraneinsatz: Faymann.  APA

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