Kein Geld dabei: Der Taxipreller und sein Nickerchen aus Scham

Vorarlberg / 23.11.2014 • 22:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Taxifahrer wartete vergebens auf sein Honorar.  
Taxifahrer wartete vergebens auf sein Honorar.  

Statt zu bezahlen, zog sich Taxikunde nach der Fahrt lieber die Bettdecke über den Kopf.

Dornbirn. (VN-gs) Der Taxichauffeur wartete und wartete. Wo blieb denn nur sein Kunde, den er gerade von Lustenau nach Bregenz gefahren hatte? Und zwar direkt zu einer sozial betreuten Hausgemeinschaft, benannt nach einem berühmten katholischen Priester?

Er war ausgestiegen, ging fort und blieb verschwunden. So war denn nun die Polizei am Zug und später am Bezirksgericht Dornbirn Richter Frank Plasinger.

Verschiedene Möglichkeiten

Diesmal ist der 27-jährige Beschuldigte, angeklagt wegen des Vergehens des Betrugs, zuverlässiger mit seinem Erscheinen. Oder lag das an seiner Bewährungshelferin, die ihn  zur Verhandlung begleitet?

Wie auch immer, und wie so oft bei Taxibetrügereien, ist es auch in diesem Fall ganz „besonders blöd hergegangen“. Und einmal mehr war eigentlich kein Wille zum Prellen vorhanden. „So dachte ich, dass ich Geld dabei hatte“, beteuert der Angeklagte. Aber der Griff in die Jacken- und Hosentaschen war ins Leere gegangen.

Doch jetzt ruft sich dem 27-Jährigen noch eine weitere Option in Erinnerung. „Ich habe damals als hobbymäßiger DJ in einem Stadel aufgelegt. Das Portemonnaie lag auf dem Mischpult. Ich ging auf die Toilette. Dabei könnte jemand das Geld weggenommen haben.“ Am Ziel angekommen, hatte er dem Taxifahrer ein Versprechen gegeben und als Sicherheit noch seinen Personalausweis. „Ich gehe schnell hinauf ins Zimmer und hole Geld“, ließ er verlauten. Oben angekommen, warf er sich ins Bett. Auf die richterliche Frage nach dem „Warum?“ antwortet er: „Auch im Zimmer war kein Geld. Vor lauter Scham legte ich mich ins Bett und schlief dann ein.“

Vielfach vorbestraft

Sieben Vorstrafen und als einzige Geldquelle das AMS. Der sozialen Wohngemeinschaft müsse der Arbeitslose ständig seine Einnahmen und Ausgaben vorlegen, sagt er. Diese Liste will Richter Plasinger sehen. „Schicken Sie sie mir noch diese Woche“, legt er dem Beschuldigten ans Herz und vertagt die Verhandlung, um sich später ein Bild über die Möglichkeit einer Strafbemessung machen zu können.