Jammer mit dem Frühlingswetter

Vorarlberg / 24.11.2014 • 19:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Wintereinbruch ist auch in den kommenden Tagen keiner in Sicht. Saisonstart könnte wackeln. 

Schwarzach. (VN-ger) Dagegen sind selbst die größten und besten Schneekanonen machtlos: 2014 geht voraussichtlich als das wärmste Jahr seit Beginn der Temperatur-Aufzeichnungen im Jahr 1768 in die Geschichte ein. Lediglich ein eiskalter Dezember könnte diese Rekordjagd noch stoppen. Ein ordentlicher Wintereinbruch ist allerdings nicht in Sicht. „Die Temperaturen gehen zwar von Tag zu Tag etwas zurück, aber es bleibt warm“, weiß Günter Scheibenreif vom ZAMG-Wetterdienst in Bregenz. Sehr zum Leidwesen der Vorarlberger Skiliftbetreiber. Wann kommt der Schnee? Wann ist es kalt genug, um die Beschneiungsanlagen anwerfen zu können?

Der am 6. und 7. Dezember im Montafon geplante Weltcup im Snowboard-Cross musste bereits wegen Schneemangels verschoben werden. „Schön warm“ ist es derzeit auch am Arlberg. „Den geplanten Saisonstart kann man vergessen. Wir müssen froh sein, wenn wir eine Woche später zum Fahren kommen“, gibt sich Michael Manhart, Geschäftsführer der Skilifte Lech, keinen Illusionen hin. Bislang liefen die Schneekanonen im Skigebiet Lech-Zürs erst in einer Nacht und ausschließlich am unteren Schlegelkopf. Und auch in den kommenden Tagen verheißen die Großwetterlage und die Strömung über Europa laut Manhart nichts Gutes. „Wir sehen, dass es bis zum 7. Dezember in der Nacht sehr warm ist. Eventuell können wir am 3. Dezember im Tal unten beschneien, aber sicher nicht das ganze Skigebiet und nicht genug um aufzusperren“, prognostiziert er.

„Noch nicht nervös“

Weitaus optimistischer zeigen sich die Verantwortlichen derweil im Montafon und in Warth-Schröcken. „In der letzten Woche hatten wir vier Beschneiungsnächte. Insbesondere auf den hoch gelegenen Pisten zwischen 2100 und 2400 Metern konnten wir schon sehr ergiebig beschneien“, sagt Martin Oberhammer von der Silvretta Montafon. Die Analyse der Wetterkarten zeige außerdem, dass Anfang bis Mitte nächster Woche die nächste Kälteperiode anstehe. „Für die Öffnung der ersten Pisten und Bahnen benötigen wir nur noch zwei bis drei kalte Nächte“, ist Oberhammer zuversichtlich, dass die Silvretta Montafon wie geplant am 4. Dezember ihre Drehkreuze öffnen kann.

In Warth-Schröcken konnte zwar erst in einer Nacht Kunstschnee produziert werden, nervös ist man dort aber noch lange nicht. „Wir sind optimistisch und planen den Saisonstart für den 5. Dezember. Bis dahin sind es ja noch knapp 14 Tage“, meint Thomas Übelher, der bereits am kommenden Dienstag mit einer ordentlichen Portion Neuschnee rechnet.

663 Hektar

In Vorarlbergs Skigebieten werden laut Angaben der Wirtschaftskammer 663 Hektar an Pistenflächen beschneit. Hierfür stehen aktuell 1245 Schneekanonen im Einsatz. Für Pistenoptimierung und Beschneiung gaben Vorarlbergs Seilbahner in diesem Jahr 11,6 Millionen Euro aus.

Den geplanten Saisonstart kann man vergessen.

Michael Manhart