Moschee-Pläne am Prüfstand

Vorarlberg / 24.11.2014 • 20:40 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Pläne für Bludenzer Moschee sind nichts Neues. Neu ist, dass ein Bauverfahren läuft.

Bludenz. (VN-tw) Gewälzt wurden Pläne für die Errichtung eines Vereins- und Gebetshauses in der Alpenstadt Bludenz schon vor sechs Jahren. Bereits damals sorgte das Vorhaben für eine breite politische Diskussion. Dann wurde es ruhig um die Pläne. Jetzt kommt wieder Bewegung in das Thema. Der Islamisch-Türkische Verein Atib hat bei der Stadt Bludenz vor wenigen Wochen einen Bauantrag eingereicht. Logisch, dass die Thematik auch bei der jüngsten Stadtvertretung zur Sprache kam.

„Laufendes Bauverfahren“

Stadtoberhaupt Mandi Katzenmayer (VP) bestätigt im Gespräch mit den VN, dass Vertreter des Vereins Atib bei der Stadt vorstellig geworden sind und einen Antrag vorgelegt haben.

Details zum Inhalt wollte Bürgermeister Katzenmayer nicht nennen und verwies „auf das laufende Verfahren“. Der Bauantrag des Vereins werde „genauestens geprüft“, betont der Bürgermeister. Erst dann, wenn das Ergebnis des Verfahrens vorliege, werde zu einer Bauverhandlung geladen. Aus seiner Sicht ist es aber „eher unwahrscheinlich“, dass die Stadt heuer noch zu einer Verhandlung laden wird.

„Auswirkungen aufs Ortsbild“

Derzeit sei man am Einholen von Expertisen und Analysen. „Das Vorhaben wird sowohl in Sachen Raumplanung als auch im Hinblick auf Auswirkungen auf das Ortsbild geprüft.“ Nachsatz Katzenmayers: „In unserer Stadt hat jeder Bauwerber ein Recht auf ein objektives und korrektes Verfahren, das gilt auch bei diesem Thema.“ Bei den Freiheitlichen auf der Landes- und Stadtebene stößt das Ganze freilich auf harte Kritik. „Das Minarett ist ein islamisches Herrschaftssymbol, das gerade in Zeiten einer zunehmenden islamischen Radikalisierung nicht gerade zur Entspannung der besorgniserregenden Situation beiträgt“, lässt der Bludenzer FP-Landtagsmandatar und Stadtvertreter Joachim Weixlbaumer deutlich durchblicken, dass er und seine Gesinnungsfreunde strikt gegen den Bau der Moschee auftreten werden.

Es sei Aufgabe der Politik, „der klaren Haltung der Bürger in dieser Frage“ Rechnung zu tragen „und Projekten entsprechend zu begegnen“, schreibt Weixlbaumer in einer Anfrage mit zwölf Fragen an Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser (VP). Gleichzeitig verweist er auf Umfragen, in denen sich eine deutliche Mehrheit der Vorarlberger gegen „Minarette und Moscheen“ ausgesprochen hätten.