Stadt Dornbirn lässt ihre Kasse klingeln

Vorarlberg / 24.11.2014 • 21:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Ein jährlicher Millionenaufwand sind der Ausbau und die Sanierung des Dornbirner Kanalnetzes.  Foto: LCF
Ein jährlicher Millionenaufwand sind der Ausbau und die Sanierung des Dornbirner Kanalnetzes. Foto: LCF

Gebührenerhöhung um knapp drei Prozent – FPÖ lehnt Anpassungen als unsozial ab.

Dornbirn. (ha) Wie jedes Jahr um diese Zeit standen jetzt im Dornbirner Stadtplenum Gebührenerhöhungen auf dem Programm. Der obligatorische Griff in die Taschen der Bürgerinnen und Bürger ist für die Mehrheit eine notwendige Anpassung, für die Freiheitlichen eine unsoziale und nicht notwendige Maßnahme. FP-Stadtrat Walter Schönbeck und seine Fraktion lehnen seit Jahren Gebührenerhöhungen ab: „Alles, was über der Inflationsrate von 1,7 Prozent liegt, ist zu viel.“ ÖVP, SPÖ und Grüne hingegen vertreten die Meinung, dass die städtischen Dienstleistungen ihren Preis haben dürfen und müssen. Im kommenden Jahr steigen also die Kosten für das Grab auf dem Friedhof, die Kanalbenützung oder
die Trinkwasserversorgung.

Teurer wird auch die Abgabe von Sperrmüll im Bauhof und Grünabfall, da die Kostendeckung laut Rathaus nicht gegeben ist. Im Schnitt muss ein durchschnittlicher Dornbirner Haushalt 2015 um 2,89 Prozent oder gut 17 Euro mehr bezahlen als dieses Jahr.

Begründet wird die Erhöhung unter anderem mit gestiegenen Personal-, Material- oder Deponiekosten.

Weitere Kosten fallen an

Besonders teuer ist die Abwasserentsorgung. Jahr für Jahr werden Millionen Euro in die Erweiterung und Sanierung des 250 Kilometer langen Kanalnetzes in Dornbirn investiert. Ein Ende ist nicht abzusehen. Bis 2020 fallen Kosten in Höhe von 30 Millionen Euro an, rechnet Tiefbaustadtrat Gebhard Greber vor. Dazu kommen noch hohe Beträge für die Erschließung neuer Betriebsgebiete. Ein Problem ist, dass keine Rücklagen mehr für größere Kanalprojekte vorhanden sind. Greber verteidigt deshalb Gebührenerhöhungen, damit die Stadt nicht eines Tages in die prekäre Situation kommen könnte, private Investoren ins Boot holen zu müssen. Für ihn ein absolutes Schreckgespenst.

Auch bei der Wasserversorgung fallen ständig zusätzliche Kosten an. Ein Beispiel ist die Erneuerung der Wasserleitung zur Quellableitung aus dem Ebniter Tal im Bereich Alploch. Sowohl die Trinkwasserversorgung als auch die Abwasserversorgung muss in städtischer Hand bleiben, sind sich indes die Stadtpolitiker aller Fraktionen einig.

: Ein jährlicher Millionenaufwand ist der Ausbau und die Sanierung des Dornbirner Kanalnetzes.  Foto: LCF
: Ein jährlicher Millionenaufwand ist der Ausbau und die Sanierung des Dornbirner Kanalnetzes. Foto: LCF