Gefahr für regionale Produkte

Vorarlberg / 25.11.2014 • 19:57 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Neue EU-Kennzeichnungspflicht bedroht Regionalbetriebe wie die Sennerei Schnifis.

BREGENZ. (VN-mip) Entscheidungen in Brüssel und Straßburg bestimmen unser tägliches Leben. Das muss die Sennerei Schnifis wohl bald wieder erfahren. Der mehrfach ausgezeichnete Betrieb ist derzeit mit EU-Bestimmungen konfrontiert, die verlangen, dass die Natürlichkeit der Milch ausgeschaltet wird und stattdessen eine Homogenisierung mit ganzjährigen industriell eingestellten Inhaltswerten erfolgt. Das heißt: Die neue Kennzeichnungspflicht verlangt, dass die Menge der Inhaltsstoffe das ganze Jahr über ident bleibt, was bei natürlichen Verfahren kaum zu garantierten ist.

Die EU-Verordnung zur Kennzeichnung bringt alle heimischen Tourismus- und Gastronomiebetriebe gehörig ins Schwitzen. „Die gewerblichen Betriebe stellen sich schon auf die neue Situation ein“, berichtete Branchensprecherin Petra Nocker-Schwarzenbacher. „Das ist ein Riesenaufwand.“

Das sieht auch Landwirtschaftslandesrat Erich Schwärzler so. Er lehnt diese Entwicklung entschieden ab. Die aktuelle EU-Vorgabe zur Kennzeichnung von Lebensmitteln unterstützt laut Schwärzler vor allem Großbetriebe und industriell-technisch herstellbare Produkte. Regionalanbieter würden unterlaufen. „Es ist wichtig, dass alles unternommen wird, gegen diese EU-Vorgaben anzukämpfen“, gibt sich Schwärzler energisch. Er hofft, dass in Vorarlberg eine besondere Möglichkeit zur Umsetzung gefunden werden kann.

Ab 13. Dezember müssen Bestandteile in Lebensmitteln, die Allergien und Unverträglichkeiten auslösen können, erkennbar sein. Für vorverpackte Lebensmittel, wie beispielsweise Käse der Sennerei Schnifis, gilt ab diesem Tag, dass beispielsweise die Zutaten und deren Menge, die Hilfsstoffe und eine Nährwertdeklaration ausgeschildert werden müssen.

Wirtshäuser müssen sich ebenfalls auf Änderungen einstellen. Sie müssen alle allergenen Stoffe auf der Speisekarte zukünftig ausschildern. Allerdings schreibe die Verordnung eine reine Informationspflicht vor. „Man könnte also auch mündlich informieren“, erklärte der Geschäftsführer der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft, Rainer Ribing.