Ungeliebte Straßenvariante

Vorarlberg / 25.11.2014 • 19:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Ostumfahrung Lusten­au als Entlastungsoption wird in der Marktgemeinde bekämpft.

Schwarzach. (VN-hk) Mehr Bodenverbrauch, mehr Auswirkungen auf den Siedlungsraum, eine geringere Verkehrswirksamkeit und eine Trassenführung, die Lustenau in ein „Straßensandwich“ verpackt: Die CP-Variante, eine Ostumfahrung der Marktgemeinde Lustenau, wurde im „Mobil im Rheintal“-Planungsprozess eindeutig als zweitgereihte Straßenvariante ausgewiesen. Und so heißt es im Schlussdokument unmissverständlich: „Das Regionalforum ist mit großer Mehrheit der Ansicht, dass unter der Voraussetzung keiner erheblichen Beeinträchtigung der Schutzgüter beim Bau und im Betrieb die Alternative Z die zugrunde gelegten Ziele besser erreicht als die Alternative CP und daher erste Priorität in der Umsetzung haben sollte.“

Weniger Rückbauten

Im Gegensatz zur Z-Variante, bei welcher die gesamte L 41 (Zellgasse) bis zum Güterbahnhof Wolfurt, die Hofsteigstraße nach Lustenau sowie die L 42 (Höchster Straße) von Dornbirn nach Lustenau aufgelassen werden würden, sieht die CP-Trasse weniger Rückbauten bestehender Straßen vor. Bei dieser würde die L 41 vom Sender zum Güterbahnhof bzw. die Hofsteigstraße als Route für motorisierte Fahrzeuge bestehen bleiben, um eine entsprechende Verkehrswirksamkeit zu erzielen.

Fischers Zittern

„Die CP wäre für Lustenau eine sehr schlechte Lösung“, meint Bürgermeister Kurt Fischer (51). Wir hätten nicht nur viel weniger Entlastungswirkung für den Ort, Lustenau wäre von hochrangigen Straßen praktisch eingekreist. Im Osten von der Autobahn und der neuen CP-Umfahrung, im Westen von der L 203.“ Fischer räumt ein, vor der Präsentation des Rieduntersuchungsberichts „auf Nadeln gesessen zu sein. Man stelle sich nur vor, es passiert Folgendes: Die CP-Variante wäre als weniger erheblich in ihrer Auswirkung auf den Naturraum qualifiziert worden als die Z-Variante. Dann wäre Z für immer und ewig weg gewesen. Daran hätte ein noch so heftiger Protest nichts geändert“, macht Fischer deutlich. Positive Aspekte wurden in der Ostumfahrung Lusten­au trotzdem auch erkannt. Verkehrsplaner Christian Rankl (58): „Da es sich in einem großen Teil des Gebiets der vorgesehenen Trasse um eine blaue Zone mit Retensionsflächen im Falle eines Hochwassers handelt, wurde das Projekt auch als Teil des Hochwasserschutzes gesehen.“ Diese Sicht der Dinge kommunizierte im Schlussbericht von „Mobil im Rheintal“ etwa der Mäderer Bürgermeister Rainer Siegele. Er würde die CP bevorzugen.

Fakten Variante CP

Länge insgesamt: 9,2 Kilometer

Länge der neuen Trasse: 6,3 Kilometer

Startpunkt: Autobahnknoten Dornbirn-Süd

Zielpunkt: Autobahn A 1 bei St. Margrethen

Kosten zweispurig (hochgerechnet auf 2025): 555 Millionen Euro

Kosten vierspurig (hochgerechnet auf 2025): 615 Millionen Euro

Ressourcenverbrauch: 13,5 Hektar

In der Nähe befindliche Siedlungsgebiete
(ohne Industrie Nord): drei