Ein Pantoffelheld und Prügelknabe schlug zu

Vorarlberg / 27.11.2014 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Gebeutelter Ehemann schlug ein erstes Mal zurück. Foto: Symbol, VN/Holzer
Gebeutelter Ehemann schlug ein erstes Mal zurück. Foto: Symbol, VN/Holzer

Krach unter Vermählten: Bei zerstrittenem Ehepaar flogen die Schlapper.

Dornbirn. „Schulden jede Menge, Vermögen keines“, beantwortet der derzeit arbeitslose, 38-jährige Angeklagte die Frage von Richter Frank Plasinger nach seinen Besitzverhältnissen. Ein wahrlich tristes Schicksal. Auch, was seinen häuslichen Frieden betrifft. Eine zweite Frau, ein zweites Martyrium, glaubt man seinen Worten.

„Schon meine erste Frau hat mich zwölf Jahre lang geschlagen und bei meiner Zweiten jetzt dasselbe!“, lautet die Rechtfertigung des 38-Jährigen auf die Anzeige der Polizei. Vergehen der Körperverletzung. Angriff mit einem Pantoffel und Schläge damit auf die Ehefrau, die Rötungen am Ellbogen und neben einem Auge erlitt. Die „bessere Hälfte“ alarmierte die Ordnungshüter. So kam es gestern zum Prozess am Bezirksgericht Dornbirn.

Attacke im Büro

Doch der Beschuldigte bekennt sich nicht zu den Vorwürfen. Er pocht vielmehr auf Notwehr. „Ich saß im Büro auf dem Stuhl. Da stürzte sie plötzlich mit dem Schlapper in der Hand herein und schlug ihn auf meinen Buckel.“ Dann habe er sich gewehrt. Er riss ihr den Schlapper aus der Hand und schlug zurück. Das erste Mal in seinem Leben. „Noch niemals habe ich sonst jemanden geschlagen“, beteuert er. „Aber ich lasse mich nicht mehr von den Frauen verprügeln! Ich meine, wehren darf man sich doch noch …“

Dass seine Gattin umgehend die Polizei anrief, liegt jenseits seines Verständnisses. „Überall kommt es mal zu einem Streit. Da muss man doch nicht gleich zur Polizei springen“, beschwert sich der gebeutelte Ehemann.

Der Aussage entschlagen

Jetzt wird seine Frau in den Verhandlungssaal gerufen. Doch als geschädigte Zeugin entschlägt sie sich der Aussage gegen ihren Mann. Das ist ihr Recht. Und ihre Begründung: „Ich will keine Gerichtsverhandlung, inzwischen vertragen wir uns nämlich wieder.“

Richter Plasinger spricht ihren Gatten frei. „Ich kann hier keine eindeutige Schuld zuordnen und gehe tatsächlich von einer Notwehrhandlung aus“, so seine Begründung.