Initiativen kämpfen weiter gegen Tunnel

Vorarlberg / 28.11.2014 • 19:34 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auf dem ehemaligen HAK-Areal in Feldkirch hielten Tunnel-Gegner gestern Nachmittag eine Mahnwache ab. Foto: Steurer

Auf dem ehemaligen HAK-Areal in Feldkirch hielten Tunnel-Gegner gestern Nachmittag eine Mahnwache ab. Foto: Steurer

Öffentliche Aktion gegen geplantes Tunnelprojekt in Feldkirch.

feldkirch. (VN-sis) Mit einer Mahnwache setzten die beiden Initiativen „stattTunnel“ und „mobil ohne Stadttunnel“ gestern Nachmittag ein Zeichen gegen die geplante Tunnelspinne. Dass sie dafür das ehemalige HAK-Areal als Örtlichkeit auswählten, war kein Zufall. Das alte Schulgebäude wurde bereits vor über einem Jahr zugunsten des Projekts abgebrochen, um Platz für die Tunnel-Ausfahrt zu schaffen. Am Freitag versammelten sich dort um 16 Uhr rund 50 Tunnel-Gegner.

Kritik an Wirtschaftlichkeit

Im Vorfeld der Mahnwache legten die Vertreter beider Bürgerinitativen in einer Pressekonferenz unter anderem neue Kritikpunkte an der Wirtschaftlichkeit des geplanten Tunnelprojekts dar. Die Kosten-Nutzen-Analyse, welche im Rahmen des UVP-Verfahrens auf Basis der Verkehrsuntersuchtung erstellt worden war, weise gravierende Mängel auf. „Die Kosten-Nutzen-Analyse geht von wesentlich kleineren Umweltauswirkungen aus als laut Fachbericht Luftschadstoffe prognostiziert werden“, erklärte Marlene Thalhammer. Diese würden sich jedoch zugunsten der Wirtschaftlichkeit auswirken. Ebenfalls stellten die Vertreter der Initiativen die geplanten Kosten von rund 226 Millionen Euro in Frage, da man „beim Bau eines unterirdischen Tunnels auf keine Erfahrungen zurückgreifen“ könne. In diesem Zusammenhang verwies Thalhammer auf den Ambergtunnel, dessen Kosten schlussendlich drei Mal so hoch gewesen seien, wie geplant. „Laut Kosten-Nutzen-Analyse reduzieren sich die Stickoxid-Emissionen jährlich um fast 5 Prozent, nach dem Fachbericht Luftschadstoffe erhöhen sie sich um 0,7 Prozent“, führte Thalhammer weiter aus. Während in der Kosten-Nutzen-Analyse in dieser Hinsicht ein Nutzen von rund 7000 Euro pro Jahr angegeben werde, entstünden laut Fachbericht hingegen Kosten von mehr als 12.000 Euro.

„Es handelt sich um ein viel zu teures, unwirtschaftliches ‚aus den Augen aus dem Sinn‘-Projekt, bei dem der Verkehr in den Tunnel gesteckt und dessen gesundheitsschädlichen Belastungen den Menschen außerhalb von Feldkirch aufgebürdet werden“, so das Fazit der Initiativen.