Alt-Landesarchivar Karl Heinz Burmeister ist tot

17.12.2014 • 19:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Burmeister an seinem 75. Geburtstag.
Burmeister an seinem 75. Geburtstag.

LINDAU. Am Freitag, den 12. Dezember, starb in Lindau der ehemalige Landesarchivar Karl Heinz Burmeister im Alter von 78 Jahren.

Burmeister kam am 21. November 1936 in Krefeld zur Welt. Der vielseitige Historiker und Jurist trat 1967 als Archivar in den Landesdienst ein und wurde 1970 mit der Führung des Vorarlberger Landesarchivs betraut, das er bis 2001 leitete. Der Wissenschaftler war zudem durch seine Lehrtätigkeit an der Universitäten Zürich, Innsbruck und St. Gallen fest im akademischen Leben verankert. In St. Gallen war er außerordentlicher Professor für Europäische und Schweizer Geschichte. Zudem war er Schriftleiter der Vierteljahresschrift „Montfort.“

Bekannt wurde Karl Heinz Burmeister unter anderem durch den Vorarlberger Historikerstreit. Im Spätherbst 1986 kritisierte er in einem Radiointerview Benedikt Bilgeris umstrittene „Vorarlberger Landesgeschichte.“ Als Reaktion forderte der damalige VN-Chefredakteur Franz Ortner in einer Glosse Burmeisters Ausweisung. Als sich schließlich ein Aktionskomitee mit dem Namen „Heimat Vorarlberg“ formierte, solidarisierten sich Professoren und Studenten der Uni Innsbruck mit Burmeister. Sie schalteten eine bezahlte Anzeige, in der 182 Personen des öffentlichen Lebens die Verantwortlichen des Landes aufforderten, zukünftig jeglichen Drohungen gegen Burmeister entgegenzuwirken.

Anlässlich seines 75. Geburtstags wurde Burmeister von seinem Nachfolger Alois Niederstätter als „weitaus fruchtbarster Erforscher der Vorarlberger Landesgeschichte“ gewürdigt. Zuletzt arbeitete Burmeister an einem neuen Buch, das posthum erscheint.