„Endlich geht es um die Gesundheit“

18.01.2015 • 19:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dem blauen Dunst soll per Gesetz der Garaus gemacht werden. Mediziner und ein Großteil der Bevölkerung stimmen zu.  Foto: VN/Hartinger
Dem blauen Dunst soll per Gesetz der Garaus gemacht werden. Mediziner und ein Großteil der Bevölkerung stimmen zu. Foto: VN/Hartinger

Für Vorarlberger Public-Health-Gesellschaft ist ein generelles Rauchverbot überfällig.

Schwarzach. (VN-mm) Das von der Bundesregierung in Aussicht gestellte generelle Rauchverbot war auch bei der heurigen Wintertagung der Vorarlberger Public-Health-Gesellschaft (PH) in Schloß Hofen Gesprächsthema. „Endlich werden klare Verhältnisse geschaffen, endlich ist Schluss mit der Diskussion, die sich nur auf das Wirtschaftliche beschränkte, endlich geht es um die Gesundheit“, fasste PH-Präsident Dr. Günter Diem das aus seiner Sicht längst Fällige in einem Satz zusammen.

Großräumige Rauchfreizonen

Seit 60 Jahren sei bekannt, dass Rauchen die Gesundheit schädige. Trotzdem habe Österreich bislang eine sehr halbherzige Raucherpolitik betrieben. Jetzt hofft Günter Diem, dass konsequent umgesetzt wird, was andere Staaten schon seit langer Zeit tun, nämlich eine rauchfreie Umgebung schaffen. „Und die muss großräumig ausfallen“, betont der Vorsorgemediziner. Denn: „Je weniger Möglichkeiten es gibt, umso weniger Kinder und Jugendliche beginnen mit dem Rauchen.“ Das bringe mit Sicherheit langfristige Vorteile für die Gesundheit, meint Diem, der auch Vizepräsident der Österreichischen Public-Health-Gesellschaft ist.

Die vor rund drei Monaten ins Leben gerufene österreichweite Experten-Initiative „Don’t Smoke“, die unter anderem von Skisprunglegende Toni Innauer unterstützt wird, hält trotz des politischen Vorstoßes für einen besseren Nichtraucherschutz ebenfalls an ihren Forderungen fest. Dazu gehört neben einem Rauchverbot in der Gastronomie die Anhebung der Altersgrenze für Raucher auf 18 Jahre.

Eine Ende 2014 vom Gallup-Institut durchgeführte Umfrage unter 1000 Österreichern untermauert die Anliegen der Initiative. Nahezu zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten befürworten demnach die Einführung eines generellen Rauchverbots in der Gastronomie. Besonders hoch ist die Unterstützung bei den über 50-Jährigen. Sogar ein Viertel der Raucher kann einem Rauchverbot etwas abgewinnen.

Beratung finanzieren

Was die auch diskutierte Anhebung der Altersgrenze betrifft, äußerten sich die Österreicher noch klarer: 82 Prozent meinen, dass Tabakwaren nur an über 18-Jährige verkauft werden sollen. Derzeit liegt die gesetzlich festgelegte Grenze bei 16 Jahren. Fast zwei Drittel können sich vorstellen, mit der Erhöhung der Tabaksteuer Informationen und Beratungen zum Rauchstopp zu finanzieren. Bei den Nichtrauchern sind es sogar 80 Prozent. Die Mehrheit der Raucher stellt sich jedoch vehement gegen diese Maßnahme.

Die Zahl der Raucher lag in dieser Befragung übrigens etwas über den als bislang gängig veröffentlichten Werten: 35 Prozent gaben sich als Raucher zu erkennen, 65 Prozent bezeichneten sich als Nichtraucher. Frauen greifen dieser Studie nach etwas seltener zum Glimmstängel. Das Geschlechterverhältnis ging mit 28 zu 41 Prozent deutlich an die Männer.

Österreich betrieb eine halbherzige Raucherpolitik.

Günter Diem