Schweizer retteten drei Vorarlbergern das Leben

Vorarlberg / 29.01.2015 • 22:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Paar aus Diepoldsau befreite drei verschüttete Tourengeher aus einer Lawine.

Laterns. Mittwoch, 13.15 Uhr, in der Westflanke des Matonajöchles in Laterns: Eine insgesamt sechsköpfige Skitourengruppe befindet sich auf dem Aufstieg zum Kellaköpf. An der Spitze
eine Person ohne Notfallausrüstung, die mit der Spurarbeit beschäftigt war. Hinter ihr ein Pärchen aus Diepoldsau.

Dann beginnt es im Hang zu rumoren. Direkt hinter den Schweizern donnert plötzlich eine gewaltige Staublawine ins Tal. Als sich danach der wirbelnde Schneestaub über dem Lawinenkegel gelegt hat, ist vom Rest der Tourengruppe nichts mehr zu sehen.

Die Eidgenossen handeln beherzt und sofort. Sie fahren mit den Fellen an den Skiern zurück nach unten, direkt auf den Lawinenkegel zu. Dort erkennt der Diepoldsauer eine aus dem Schnee ragende Hand. Ohne Zeit zu verlieren, beginnt er mit den Händen zu graben. Gleichzeitig setzt er einen Notruf ab. Dann legt er den Kopf des Verschütteten frei und befreit seinen Mund vom Schnee. Anschließend rüttelt und schüttelt er den Vorarlberger, bis dieser das Bewusstsein wiedererlangt und sich selbst aus der Lawine befreien kann.

Doch noch liegen zwei Tourengeher etwa einen Meter tief unter den Schneemassen. Das Schweizer Paar setzt das Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) ein und kann damit alsbald Signale orten. Mit Hilfe des geretteten Vorarlbergers beginnt die Dreiergruppe, die Verschütteten auszugraben.

Drei Hubschrauber im Einsatz

Das unbekannte Gruppenmitglied, das inzwischen vom Kellakopf zur Unfallstelle zurückgefahren war, konnte sich wegen der fehlenden Notfallausrüstung nicht an der Bergung beteiligen und fuhr ins Tal ab. Kurz nach der Alarmierung trafen die Bergrettung Rankweil und Hohenems, die Alpinpolizei und die Hubschrauber Christophorus 8, Gallus 1 und der Polizeihubschrauber (Libelle Vorarlberg) am Lawinenkegel ein.

Die zwei Vorarlberger waren ansprechbar, nachdem sie ausgegraben wurden. Sie erlitten Unterkühlungen und Verletzungen im Bereich der Brust und Lunge und wurden mit den Rettungshubschraubern zum Landeskrankenhaus Feldkirch geflogen.

Wie wichtig hier die Not­fall­ausrüstung der Tourengeher und ihre engagierte Kameradenrettung war, betont der polizeiliche Sachbearbeiter Markus Greussing gegenüber den Vorarlberger Nachrichten: „Es hat sich gezeigt, wie notwendig die Kenntnisse und der Umgang mit dem LVS sind. Man kann sagen, die Schweizer haben den Männern das Leben gerettet.“

Der Unfallort an der Westflanke des Matonajöchles. Insgesamt drei Hubschrauber wurden zur Bergung eingesetzt.  Foto: Polizei  
Der Unfallort an der Westflanke des Matonajöchles. Insgesamt drei Hubschrauber wurden zur Bergung eingesetzt. Foto: Polizei